# taz.de -- Demokratische Partei und Fox News: Debattieren ohne den Trump-Sender
       
       > Die US-Demokrat*innen wollen den Sender Fox News von ihren
       > Vorwahl-Debatten ausschließen. Man habe kein Vertrauen mehr. Ist es das
       > wert?
       
 (IMG) Bild: Ihnen kann Fox News eh gestohlen bleiben: Unterstützer*innen der Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez
       
       Man weiß, dass in den USA der Wahlkampf begonnen hat, wenn darüber
       diskutiert wird, wer welches Fernsehereignis ausrichten darf und wer nicht.
       Nun hat die Democratic National Convention (DNC), also die US-weite
       Organisation der Demokratischen Partei, angekündigt, dass sie den
       Trump-nahen Sender Fox News von ihren Vorwahl-Debatten ausschließen will.
       Bei diesen „Primary Debates“ treten die Bewerber*innen der jeweiligen
       Partei gegeneinander an. Die ersten beiden finden im Juni und Juli statt.
       
       Ein Ausschluss hieße, dass Fox News diese Debatten nicht überträgt, und
       dass der Sender keine Moderation stellt. In einem Live-Interview mit CNN am
       Mittwochabend [1][begründete der DNC-Vorsitzende Tom Perez den Schritt so]:
       „Ich brauche hundertprozentiges Vertrauen, dass es zu keiner Einflussnahme
       aus den oberen Etagen der Nachrichtenorganisation kommt. Dieses Vertrauen
       habe ich nicht mehr in Fox News.“
       
       Der Präsident reagierte umgehend und erwartbar [2][auf Twitter]: „Ich
       denke, ich werde das gleiche mit den Fake-News-Sendern und den radikalen
       linken Demokraten in den Wahldebatten tun“, schrieb Trump.
       
       Dass Fox eher der republikanischen Seite zugeneigt ist, ist zwar von jeher
       klar. Doch zuletzt schien der Sender immer häufiger als direktes Sprachrohr
       – und als Einflüsterer – des Präsidenten zu agieren. Ein jüngst
       erschienener Artikel des [3][New Yorker] beschäftigt sich eingehend mit den
       Verflechtungen zwischen dem Sender und Trump.
       
       ## Demokratische Partei setzt auf die TV-Debatten
       
       Das war nicht immer so: Noch in seinem eigenen Wahlkampf 2016 drohte Trump
       einmal, eine von Fox ausgerichtete Debatte [4][zu boykottieren]. Grund war
       die damalige Fox-Moderatorin Megyn Kelly, die ihn zuvor kritisch befragt
       hatte, woraufhin Trump sie sexistisch angegangen war. Inzwischen aber gilt
       die Fox-Morningshow „Fox and Friends“ als Lieblingssendung Trumps, und
       Polemiker wie der Moderator Sean Hannity springen dem Präsidenten
       regelmäßig zur Seite.
       
       Entscheidend aber ist, dass die Demokratische Partei die ersten
       Vorwahl-Debatten im Sommer nutzen will, um sich ein neues, reformiertes
       Gesicht zu geben. Dafür soll das TV-Spektakel ein „neues, aufregendes
       Format“ annehmen, wie der Parteivorsitzende Tom Perez schon vor einigen
       Wochen verkündete. Mehr Bewerber*innen, auch aus Graswurzelbewegungen;
       randomisierte Duelle; das Ganze je an zwei aufeinander folgenden Abenden.
       
       Kurz, die Demokratische Partei will medienwirksam einen demokratischen
       Willensbildungsprozess von unten inszenieren. Da soll jeder Störfaktor
       ausgeschaltet sein. Ob es das wert ist? Vielen US-Amerikaner*innen macht
       vor allem die Spaltung des Landes in politische Klientele Sorgen. Hier die
       Linksliberalen mit ihrer Weltsicht auf CNN, dort die Trump-Anhänger*innen
       mit ihren alternativen Fakten auf Fox. Während die Demokratische Partei
       einerseits natürlich ihr Gegenprogramm zu Trump schärfen muss, muss sie
       andererseits ein Rezept gegen diese Spaltung vorlegen. Der Ausschluss von
       Fox dürfte da nicht hilfreich sein.
       
       7 Mar 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.youtube.com/watch?v=ao9CA0rVsMM
 (DIR) [2] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1103446552524345346
 (DIR) [3] https://www.newyorker.com/magazine/2019/03/11/the-making-of-the-fox-news-white-house
 (DIR) [4] /Fernsehdebatte-der-Republikaner/!5273001
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Weissenburger
       
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