# taz.de -- Gefährdeter Frosch aus Bolivien: Quakender Bachelor im Liebesglück
       
       > 10 Jahre lang glaubten Biolog*innen, der Sehuenca-Frosch Romeo sei der
       > letzte seiner Art. Bis man seine Julia im bolivianischen Wolkenwald fand.
       
 (IMG) Bild: Kein Romeo: Im Gegensatz zu seinem bolivianischen Artgenossen ist dieser Hüpfer leider noch alleine
       
       Die Suche nach dem oder der geeigneten Partner*in ist schon für uns
       Menschen knifflig genug. Und das trotz Millionen an potenziellen
       Gefährt*innen sowie Datingportalen wie Tinder. Noch deutlich schwieriger
       gestaltet sich die Situation für den [1][Sehuenca-Frosch] „Romeo“.
       
       Zehn Jahre lang glaubten Biolog*innen, dass es sich bei ihm um den
       Letzten seiner Art handeln würde. Waren die Gewässer im bolivianischen
       Wolkenwald früher noch von dichtem Quaken seiner Artgenossen erfüllt,
       herrscht heute gespenstische Stille. Schuld daran sind unter anderem
       Klimawandel, Habitatzerstörung, Verschmutzung – und eine invasive
       Forellenspezies, die Froscheier verspeist.
       
       Dazu kommt, dass Romeo ein eher schüchterner Geselle sei, wie seine
       Pfleger*in Teresa Camacho Badani [2][gegenüber dem Guardian] meinte. Alles
       andere als ideale Voraussetzungen für die Partnerinnensuche also.
       
       Wie es sich für kompetente Verkuppler*innen gehört, gaben sie und andere
       Forscher*innen jedoch nicht die Hoffnung auf und erstellten dem einsamen
       Hüpfer ein [3][Onlineprofilauf der Datingseite „Match.com“]. Das glänzt mit
       Ehrlichkeit. „Nicht um das hier super schwermütig zu starten oder so, aber
       ich bin buchstäblich der Letzte meiner Spezies“, verkündet Romeo gleich am
       Anfang – beschwichtigt dann aber, dass man sich nicht unter Druck setzen
       müsse. Seine Freizeit verbringe er, wie er an einer Stelle präzisiert, am
       liebsten mit „binge-watching“ vom Wasser und Essen. Und das Wichtigste: Er
       sei nicht wählerisch.
       
       Die offene Herangehensweise zeigte Erfolg. Unterstützer*innen trugen
       25.000 Dollar zusammen, mit denen Forscher*innen eine Expedition in den
       Wolkenwald organisieren konnten, um nach passenden Matches für Romeo zu
       suchen. Nach wenigen Tagen fanden sie tatsächlich eine Julia für ihn –
       [4][sowie vier weitere Artgenossen]. Die Froschdame sei deutlich
       energetischer als Romeo, aber Gegensätze ziehen sich ja angeblich an. Und
       im Gegensatz zu ihren berühmten Namensvettern stehen bei Romeo und Julia
       immerhin keine verfeindeten Froschadelshäuser der Rettung ihrer Spezies im
       Weg.
       
       17 Jan 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Sehuencas_water_frog
 (DIR) [2] https://www.theguardian.com/environment/2019/jan/15/juliet-and-friends-found-for-romeo-the-lonely-water-frog
 (DIR) [3] https://www4.match.com/partner/profile/romeo
 (DIR) [4] https://www.bbc.co.uk/news/science-environment-46867424
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Maxime Weber
       
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