# taz.de -- Kolumne Geht’s Noch?: Allzu breit gemacht
       
       > Die Deutschen lieben ihre SUVs, passen damit aber nicht mehr in die
       > Parkhäuser. Der ADAC zieht daraus den schlechtesten aller Schlüsse.
       
 (IMG) Bild: Das Hauptproblem sind nicht die Parkplatzmaße, sondern die statussymbolgeilen Deutschen
       
       Wer mit seinem 2,3-Tonner-SUV zum Bäcker fährt, um 300 Gramm Brötchen zu
       kaufen, will nicht einfach irgendeinen Parkplatz. [1][Nein, angemessen muss
       er sein!] Der ADAC hat das Problem erkannt und fordert breitere Parkplätze,
       damit sie auch den „Anforderungen moderner Autos“ gerecht werden.
       
       Anders gesagt: Die Karren sind zu fett für die Parkhäuser geworden. Was
       natürlich ein Problem ist, für den Autofahrer: Jahrelang hat er sich den
       Hintern auf den beheizten Ledersitzen seines BMW breit gesessen – da reicht
       ein halber Meter Abstand zum Nachbarn einfach nicht mehr beim Aussteigen.
       Schon beim Einfahren wird er panisch: Es ist ja so eng hier, der Lack
       könnte verkratzen! Schon blöd, wenn man mit dem 90.000 Euro teuren
       Schlitten die Säule rammt.
       
       Dabei sind das Hauptproblem nicht die Parkplatzmaße, sondern die
       statussymbolgeilen Deutschen [2][mit ihren geliebten SUVs]. In denen sitzt
       auf den meisten Fahrten nur eine einzige Person, trotzdem werden die Autos
       immer größer. 2017 waren fast ein Viertel der Neuzulassungen SUVs oder
       Geländewagen.
       
       Die neuesten Modelle sind mittlerweile mehr als fünf Meter lang und zwei
       Meter breit. Vom Platzverbrauch her ist das so, als würde jeder auf seinem
       persönlichen Elefanten durch die Stadt reiten. Nur dass Elefanten bedeutend
       umweltfreundlicher sind.
       
       ## Ziemlich viele Fahrräder
       
       Das Parkplatzproblem gibt es vor allem dort, wo Raum eh schon knapp ist. In
       Berlin, wo allabendlich die Schlacht um die letzten Stellplätze tobt, ist
       es mit einem 5-Meter-Wagen kompliziert, was zu finden. Bei größeren
       Parkplätzen auf gleichgroßer Fläche würde es noch schwieriger, denn dann
       fielen bis zu 20 Prozent der vorhandenen Plätze weg. Kein Ding, denkt sich
       da der engagierte Lokalpolitiker, dann bauen wir halt noch ein paar neue!
       Den Kinderspielplatz braucht eh keiner, solange er nur seine Karre parken
       kann.
       
       Für all das gibt es eine Lösung. Sie spart Geld, Platz und Ressourcen,
       könnte die Städte von ihren Luftproblemen erlösen und ist viel einfacher
       als die des ADAC. Eventuell, also ganz vielleicht, könnte man ja ein Auto,
       das man in der Stadt nicht braucht UND das zu groß für die Parkplätze ist,
       einfach gar nicht erst kaufen? Auf dem Platz, den ein SUV braucht, kann man
       übrigens ziemlich viele Fahrräder abstellen.
       
       [3][Der ADAC hat schon recht mit seinem Vorstoß.] Die deutschen Autofahrer
       haben ein Problem mit Maßen. Ob es aber die Parkplatzmaße sind oder eher
       die Schwierigkeit ist, maßzuhalten, darüber sollten sie noch mal
       nachdenken.
       
       30 Nov 2018
       
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