# taz.de -- Streit um Dokumentation „Elternschule“: Ermittlungen gegen Klinik eingestellt
       
       > Der sogenannte Erziehungsfilm „Elternschule“ sorgte für heftige
       > Kontroversen und mehrere Strafanzeigen. Die Staatsanwaltschaft konnte
       > keine Straftat feststellen.
       
 (IMG) Bild: Essenstraining: Das Foto zeigt eine Szene aus der umstrittenen Doku „Eltenschule“
       
       Essen dpa | Die Staatsanwaltschaft hat ihre [1][Ermittlungen gegen die
       Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen] im Zusammenhang mit der
       Filmdokumentation „Elternschule“ eingestellt. „In dem Film ist nichts zu
       sehen, was als Straftat zu werten wäre“, sagte eine Sprecherin der Essener
       Ermittlungsbehörde am Freitag. Auch eine unangemeldete Kontrolle der Klinik
       durch die Bezirksregierung Münster habe keinen Anlass für Ermittlungen
       ergeben.
       
       Die Staatsanwaltschaft hatte wegen möglicher Freiheitsentziehung und Gewalt
       gegen Kinder ermittelt. Nach Erscheinen des Films hatte die
       Staatsanwaltschaft mehrere Strafanzeigen erhalten. In der Dokumentation
       wird etwa gezeigt, wie Kinder mit Schlafstörungen allein in einem dunklen
       Schlafzimmer die Nacht verbringen – und irgendwann durchschlafen können.
       
       Kritiker hatten der Klinik vorgeworfen, in den Therapien Gewalt anzuwenden.
       Die WAZ hatte zuvor über die Einstellung der Ermittlungen berichtet.
       Anzeigen von Eltern habe es nicht gegeben, sagte die Sprecherin. Deshalb
       habe sich das Ermittlungsverfahren nur auf den Film bezogen. Die
       Staatsanwaltschaft habe nicht zu prüfen gehabt, ob die in der Klinik
       angewandten Methoden wissenschaftlich geboten oder medizinisch notwendig
       seien.
       
       Seit seinem Erscheinen sorgt „Elternschule“ für kontroverse Debatten über
       die gezeigten Therapiemethoden. Kritik kam unter anderem von der Deutschen
       Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und
       Psychotherapie (DGKJP) und dem Deutschen Kinderschutzbund. Die Klinik hatte
       die Vorwürfe als „haltlos“ zurückgewiesen und ihre Arbeit als „absolut
       gewaltfrei“ bezeichnet.
       
       Nach der Einstellung der Ermittlungen sagte der Geschäftsführer der Klinik,
       Werner Neugebauer, viele Kritiker seien an einer sachlichen Diskussion
       nicht interessiert. Von den Familien, denen in Krisensituationen geholfen
       worden sei, habe das Klinik-Team dagegen Unterstützung und Zuspruch
       erhalten.
       
       16 Nov 2018
       
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