# taz.de -- Linkspartei im Saarland: Oberster Parteirichter in U-Haft
       
       > Der oberste Parteirichter der saarländischen Linken sitzt wegen Verdachts
       > auf Drogenhandel in U-Haft. Nikolas Staut ist schon länger umstritten.
       
 (IMG) Bild: Zwei Kilo Gras seien in Stauts Wohnung konfisziert worden, so die Behörden – sicherlich nicht roh
       
       Saarbrücken taz | Seit Jahren sorgen die Flügelkämpfe in der saarländischen
       Linken um Macht und Posten für hässlichen Schlagzeilen. Die
       Landesschiedskommission der Partei hat kräftig zu tun. Nun hat sie ein
       weiteres Problem: Der Kommissionsvorsitzende sitzt im Knast.
       
       Auf beiden Seiten der verfeindeten Parteiflügel kämpfen einflussreiche
       Persönlichkeiten: Da sind zum einen Oskar Lafontaine und seine Mitstreiter
       in der Landtagsfraktion. Sie werfen ihren Gegnern um den
       Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze vor, Listenaufstellungen zu Bundes- und
       Landtagswahlen wiederholt manipuliert zu haben.
       
       Zum Lutze-Lager gehört auch der Vorsitzende der Landesschiedskommission
       Nikolaus Staut. Der hat jetzt ein ernstes Problem mit der Justiz. Seit
       Mittwoch sitzt Staut in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm
       Drogenhandel in großem Stil vor.
       
       Bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten seien mehr als zwei
       Kilogramm Cannabis gefunden worden, teilte die Behörde auf taz-Anfrage mit.
       Darüber hinaus soll er auch in den Handel mit Amphetamin verwickelt sein.
       Staut schweigt bislang zu den Vorwürfen.
       
       Umstritten ist Staut schon seit längerem. Allerdings wegen anderer
       „Delikte“: Gegen den 66-Jährigen läuft vor der Bundesschiedskommission
       ohnehin ein Parteiordnungsverfahren, das die frühere Landtagsabgeordnete
       Birgit Huonker beantragt hatte. Staut hatte, obwohl als Vorsitzender der
       Landesschiedskommission zur Neutralität verpflichtet, wiederholt öffentlich
       den Ausschluss von unliebsamen Mitgliedern angedroht, noch bevor darüber in
       ordentlichen Verfahren verhandelt worden war.
       
       Später hat Staut ein ehemaliges Landesvorstandsmitglied aus der Partei
       ausgeschlossen, das vor Gericht die Landesliste der Partei zur letzten
       Bundestagswahl mit dem Vorwurf der Manipulation angegriffen hatte. Dabei
       hatte damals immerhin auch die Landeswahlleiterin Zweifel an der
       Rechtmäßigkeit der Liste zu Protokoll gegeben, diese aber „trotz
       erheblicher Bedenken“ zugelassen.
       
       ## Saarlands Linke überrascht
       
       Der Landesvorstand der Saarland-Linken wurde von den Ermittlungen gegen
       Staut offenbar überrascht. Der geschäftsführende Landesvorsitzende Andreas
       Neumann, ein enger Vertrauter von Thomas Lutze, erklärte gegenüber dem
       „Saarländischen Rundfunk“, auch für Staut gelte die Unschuldsvermutung.
       Gleichwohl forderte Neumann ihn auf, sein Amt zum „Wohle der Partei“ erst
       einmal ruhen zu lassen.
       
       Der gewählte Landesvorsitzende, Landtagsfraktionsgeschäftsführer Jochen
       Flackus, hatte sein Amt im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen
       aufgeben müssen. Zuletzt waren zwei weitere Vorstandmitglieder mit der
       Begründung zurückgetreten, die Vorstandsmehrheit um Thomas Lutze verhindere
       die Bereinigung der Mitgliederkartei und damit das Ende der
       Manipulationsmöglichkeiten.
       
       Am 24. November soll auf einem Landesparteitag ein neuer Vorstand gewählt
       werden. Ob Nikolaus Staut daran wird teilnehmen können, ist derzeit noch
       ungewiss.
       
       9 Nov 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Christoph Schmidt-Lunau
       
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