# taz.de -- Diesel-Skandal bei deutschen Autobauern: Audi muss 800 Millionen Euro zahlen
       
       > Nach der Strafe für VW muss nun auch die Tochterfirma Audi eine
       > ordentliche Geldbuße wegen der Dieselaffäre abdrücken. Der Autobauer will
       > nicht dagegen vorgehen.
       
 (IMG) Bild: Auch Audi hatte Abgaswerte bei seinen Dieselmotoren manipuliert
       
       Ingolstadt/Wolfsburg dpa | Die Staatsanwaltschaft München hat der
       VW-Tochter Audi in der Dieselaffäre ein Bußgeld von 800 Millionen Euro
       aufgebrummt. „Die Audi AG hat den Bußgeldbescheid akzeptiert“, teilte die
       Volkswagen AG am Dienstag mit. Grund für das Bußgeld seien „Abweichungen
       von den regulatorischen Vorgaben“ bei bestimmten Dieselmotoren. Erst im
       Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig [1][ein Bußgeld über eine
       Milliarde Euro gegen Volkswagen] verhängt, das der Konzern ebenfalls
       annahm.
       
       Mit dem Bußgeldbescheid werde nach dem von der Staatsanwaltschaft
       Braunschweig geführten Ordnungswidrigkeitsverfahren ein weiteres wichtiges
       Verfahren im Zusammenhang mit der Dieselaffäre beendet, hieß es in der
       Mitteilung. Weiter ermittelt wird jedoch gegen 20 Beschuldigte, sagte ein
       Sprecher der Behörde. Unter anderem wird gegen den früheren Audi-Chef
       Rupert Stadler, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt.
       
       Das Bußgeld werde sich unmittelbar auf das Ergebnis des VW-Konzerns
       auswirken, auch Audi senkte seine finanziellen Ziele für das laufende Jahr.
       „Unter Einbeziehung der Sondereinflüsse aus dem Bußgeldbescheid wird der
       Audi-Konzern wesentliche finanzielle Spitzenkennzahlen aus seiner Prognose
       für das Geschäftsjahr 2018 deutlich unterschreiten“, teilte der Autobauer
       mit. In welcher Höhe dies geschehe, blieb zunächst offen.
       
       Auch die Porsche-Holding als Volkswagen-Mehrheitseignerin rechnet unter
       anderem wegen des Bußgelds 2018 mit einem niedrigeren Gewinn. Nach Steuern
       werde das Konzernergebnis zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro liegen,
       teilte die Porsche SE mit. Zuvor hatte die Dachgesellschaft den Korridor um
       900 Millionen Euro höher angegeben.
       
       Die Geldbuße setzt sich laut Volkswagen aus dem gesetzlichen Höchstmaß
       einer Ahndung von 5 Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher
       Vorteile in Höhe von 795 Millionen Euro zusammen.
       
       Der Autobauer kündigte an, Audi werde gegen die Geldbuße keine Rechtsmittel
       einlegen: „Die Audi AG akzeptiert das Bußgeld und bekennt sich damit zu
       ihrer Verantwortung.“ In den USA hatte Volkswagen wegen der Dieselaffäre
       schon Milliarden an Strafen zahlen müssen. Und es gab Entschädigungen für
       betroffene Autobesitzer.
       
       16 Oct 2018
       
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