# taz.de -- Österreichs Innenminister gegen „Falter“: Presseanfragen veröffentlicht
       
       > Österreichs Innenministerium will sich beim Presserat über den
       > „Falter“-Jounalisten Florian Klenk beschweren. Dieser soll schlecht
       > recherchiert haben.
       
 (IMG) Bild: Österreichs Innenminister Herbert Kickl (FPÖ)
       
       Österreichs Innenministerium hat der Wochenzeitung Falter den Krieg
       erklärt. Am Dienstag veröffentlichte es Interviewanfragen von Chefredakteur
       Florian Klenk, um zu beweisen, dass dieser schlecht recherchiere. In
       Journalistenkreisen wundert man sich über das absolut unübliche Vorgehen
       des Ministeriums, dessen Chef Herbert Kickl (FPÖ) der Falter in seiner
       jüngsten Ausgabe die Titelgeschichte widmet: „Wie gefährlich ist dieser
       Mann?“
       
       Klenks Interviewanfragen bei Kickl selbst, hohen Beamten und der
       Pressestelle waren allesamt abgewiesen worden. Jetzt will sich das
       Innenministerium beim Presserat über Klenks Recherchen beschweren. Der
       Vorwurf: Klenk habe das Ministerium nicht mit Informationen über eine
       Anfrage von Generalsekretär Peter Goldgruber beim Bundesamt für
       Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) konfrontiert.
       
       Goldgruber ist Kickls Vertrauensmann, er hatte sich im Januar beim BVT
       erkundigt, ob dort zwischen 2012 und 2017 gegen Mitglieder von
       Burschenschaften ermittelt worden sei. In den deutschnationalen
       Kartellverbänden, der akademischen Basis der FPÖ, befinden sich bis heute
       einige Rechtsextreme. Klenk sieht einen Zusammenhang zwischen dieser
       Anfrage und der Beschlagnahme der Computer und Datenträger der für
       Rechtsextremismus zuständigen Ermittlerin Sybille G. bei einer inzwischen
       als illegal verurteilten Hausdurchsuchung beim BVT.
       
       Kickl wies diese Darstellung Mittwoch nach dem Ministerrat zurück. Die
       Anfrage sei „quasi im Auftrag der SPÖ“ erfolgt. Die habe nämlich damals
       einen Nationalen Sicherheitsrat zum Thema Burschenschaften und
       Rechtsextremismus einberufen. Das Ministerium habe sich entsprechend
       dokumentieren wollen.
       
       Vor einer Woche hatte das Innenministerium [1][mit einer Rundmail an die
       Landespolizeidirektionen Schlagzeilen gemacht]. An bestimmte Medien,
       darunter der Falter, sei nur die nötigste Information herauszugeben. Für
       seine Recherchen über Minister Kickl hat sich Klenk mit mehreren hohen
       Beamten getroffen, die weder ihren Namen in der Zeitung sehen, noch mit
       Klenk gesehen werden wollten. Sie schildern Kickl als völlig überforderten
       Mann, der nicht einmal seinen Sektionschefs traue und deshalb die
       bestehenden Amtswege innerhalb der Ministerialbürokratie umgehe. Jetzt ist
       man im Innenministerium offenbar auf der Suche nach den Beamten, die diese
       „Kaffeehaus-Termine“ mit Klenk wahrgenommen haben.
       
       3 Oct 2018
       
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