# taz.de -- Nach Eskalation bei Nato-Gipfel: Gabriel stellt sich gegen Trump
       
       > Ex-Außenminister Gabriel fordert eine härtere Gangart gegenüber dem
       > US-Präsidenten. Deutschland dürfe sich Trumps Attacken nicht länger
       > bieten lassen.
       
 (IMG) Bild: Ex-Außenminister Sigmar Gabriel fordert von der Bundesregierung ein selbstbewusstes Auftreten
       
       Berlin afp | Nach den [1][wütenden Attacken von Donald Trump gegen
       Deutschland] hat Ex-Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) eine härtere
       Gangart gegenüber dem US-Präsidenten gefordert. „Er gibt dem
       nordkoreanischen Diktator eine Bestandsgarantie und will gleichzeitig in
       Deutschland einen Regimewechsel. [2][Das können wir uns schwer bieten
       lassen]“, sagte Gabriel dem Spiegel. Trump hatte beim Nato-Gipfel in
       Brüssel den Streit um die Verteidigungsausgaben der Nato-Partner eskalieren
       lassen und Deutschland wiederholt scharf angegriffen.
       
       Deutschland dürfe sich nun „keine Illusionen mehr machen“, sagte Gabriel.
       „Donald Trump kennt nur Stärke. Dann müssen wir ihm zeigen, dass wir stark
       sind. Wenn er von uns Milliarden zurückfordert für die Militärausgaben der
       USA, dann müssen wir von ihm Milliarden zurückfordern, die wir für die
       Flüchtlinge ausgeben müssen, die gescheiterte US-Militärinterventionen zum
       Beispiel im Irak produziert haben.“
       
       Gleichzeitig müsse Deutschland in den USA gezielt die Kontakte zu
       Gouverneuren, Senatoren und jungen US-Bürgern suchen, forderte Gabriel.
       „Denn Amerika wandelt sich. In wenigen Jahren wird die Mehrheit der
       US-Bürger keine europäischen Wurzeln haben, sondern asiatische,
       lateinamerikanische und afrikanische. Das wird ein anderes Amerika, als
       das, was wir seit 70 Jahren kennen. Aber auch anders als das heutige
       Trump-Amerika. Das ist eine große Chance für uns.“
       
       Gabriel rief die Bundesregierung zudem auf, eine kreative Lösung für die in
       der Nato vereinbarten Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent des
       Bruttoinlandsprodukts zu finden. „Wir könnten zum Beispiel 1,5 Prozent in
       die Bundeswehr pro Jahr investieren und 0,5 Prozent in die europäische
       Verteidigung, etwa für Osteuropa innerhalb der Nato“, sagte Gabriel. „Das
       machen bislang nur die USA.“
       
       Damit könne Deutschland zeigen, „dass wir auch für Osteuropa Verantwortung
       für die dortige Sicherheit übernehmen. Für die Balten und die Polen zum
       Beispiel, die sich durch die russische Aufrüstung am meisten bedroht
       fühlen“, sagte Gabriel. „Und wir würden uns unabhängiger von den USA
       machen.“
       
       13 Jul 2018
       
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