# taz.de -- „Schwarze Liste“ bei Fußball-WM: Seppelt darf nun doch nach Russland
       
       > Der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt soll nun doch ein Visum zur
       > Fußball-Weltmeisterschaft in Russland bekommen. Die dortige Justiz will
       > ihn vernehmen.
       
 (IMG) Bild: Hajo Seppelt recherchiert seit vielen Jahren zu Doping im deutschen und weltweiten Spitzensport
       
       Berlin dpa | Die russische Regierung hat das Einreiseverbot für den
       ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt zur Fußball-Weltmeisterschaft aufgehoben.
       Das teilte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag auf Twitter mit.
       Unklar ist aber offenbar noch, ob Seppelt aus Russland über die WM
       berichten darf. Maas sprach nur von einem „Zwischenerfolg“. Die russische
       Seite habe mitgeteilt, „dass [1][@hajoseppelt] zumindest zur WM einreisen
       darf. Setzen wir uns weiter für freie Berichterstattung ein“, [2][schrieb
       er]. Zuvor hatte stern.de [3][darüber berichtet], dass Seppelt nun doch ein
       Visum bekommen soll.
       
       Die russische Justiz kündigte an, dass sie Seppelt vernehmen wolle, falls
       dieser zur Fußball-WM nach Russland kommt. Hintergrund seien die laufenden
       russischen Ermittlungen gegen den Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow,
       sagte die Sprecherin des Staatlichen Ermittlungskomitees am Dienstag in
       Moskau. Russland habe Deutschland um Rechtshilfe ersucht, um Seppelt zu
       dessen Enthüllungen über angebliches Doping befragen zu können. Die
       deutsche Seite habe immer darauf verwiesen, dass der Journalist von seinem
       Recht auf Zeugnisverweigerung Gebrauch mache. „Sollte Seppelt jetzt das
       Gebiet der Russischen Föderation betreten, wird das Staatliche
       Ermittlungskomitee erneut Mittel ergreifen, um ihn zu befragen“, sagte
       Sprecherin Swetlana Petrenko der Agentur Interfax zufolge.
       
       Die ARD hatte am Freitag mitgeteilt, dass das vom SWR für Seppelt
       beantragte Visum für die Titelkämpfe vom 14. Juni bis 15. Juli für ungültig
       erklärt worden sei. Der Journalist stehe [4][auf einer Liste der in
       Russland „unerwünschten Personen“] und könne daher nicht in die Russische
       Föderation einreisen. Nähere Angaben zu den Hintergründen seien nicht
       gemacht worden, teilte der Sender mit.
       
       Die Bundesregierung hatte die russische Entscheidung am Montag [5][scharf
       kritisiert]. „Wir halten diese Maßnahme der russischen Behörden, Herrn
       Seppelt das Visum für ungültig zu erklären, für falsch“, sagte
       Regierungssprecher Steffen Seibert. Die freie Berichterstattung über eines
       der größten Sportereignisse weltweit müsse gewährleistet werden. „Wir sind
       der Überzeugung, es stünde Russland als Gastgeber schlecht an, wenn es so
       offensichtlich die Presse- und Meinungsfreiheit vor den Augen der Welt
       beschnitte.“ Hajo Seppelt [6][recherchiert seit vielen Jahren] zu Doping im
       deutschen und weltweiten Spitzensport.
       
       Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft an diesem Freitag den russischen
       Präsidenten Wladimir Putin in dessen Sommerresidenz in Sotschi am Schwarzen
       Meer.
       
       15 May 2018
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://twitter.com/hajoseppelt?lang=de
 (DIR) [2] https://twitter.com/HeikoMaas/status/996360696630857728
 (DIR) [3] https://www.stern.de/sport/sportwelt/wm-2018--ard-dopingexperte-hajo-seppelt-bekommt-visum-fuer-russland-7984602.html
 (DIR) [4] /Schwarze-Liste-bei-der-Fussball-WM/!5505041
 (DIR) [5] /Empoerung-wegen-Visumsverweigerung/!5505058
 (DIR) [6] /Sportjournalisten-ueber-Doping/!5481104
       
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