# taz.de -- Jugendfußballer in Leipzig: Lok wieder mal entgleist
       
       > Lok Leipzig hat seit Jahren mit rechtsextremen Fans zu kämpfen. Nun hat
       > ein Jugendtrainer Nachwuchsfußballer zum Zeigen des Hitlergrußes
       > angestiftet.
       
 (IMG) Bild: Polizeipräsenz beim Lokalderby Chemie Leipzig gegen 1. FC Lok Leipzig im November 2016
       
       Leipzig dpa | Ein Fußballtrainer hat Jugendliche dazu gebracht, den
       Hitlergruß zu zeigen: Nach dem Eklat seiner B1-Mannschaft hat der
       Fußballverein Lokomotive Leipzig durchgegriffen. Gegen den Co-Trainer, der
       mehrere Spieler der Altersklasse unter 17 Jahren am vergangenen Wochenende
       zum Posieren für ein Foto aufgefordert hatte, sei Strafanzeige gestellt und
       ein lebenslanges Hausverbot erteilt worden. [1][Das teilte der Club mit].
       
       Die Vereinsführung entließ zudem einen weiteren Nachwuchstrainer, die
       betroffenen Spieler der Mannschaft wurden bis zum Saisonende vom
       Spielbetrieb ausgeschlossen.
       
       Nach dem Vorfall, der sich auf dem Clubgelände ereignet hatte, schrieb der
       Verein am Freitagabend: „Beim Zeigen dieses Grußes handelt es sich nicht
       nur um den Straftatbestand der Volksverhetzung. Er steht stellvertretend
       für die millionenfache Ermordung von Menschen in einem Unrechtssystem. Das
       ist also weder ein Kavaliersdelikt noch eine Provokation oder gar ein
       ‚Spaß‘.“
       
       Herrmann Winkler, Präsident des Sächsischen Fußballverbandes, verurteilte
       den Vorfall scharf. „Solche Sachen haben im Fußball nichts zu suchen und
       sind beschämend“, sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.
       Lok-Präsident Thomas Löwe habe ihn unverzüglich über alles informiert. „Ich
       finde es sehr positiv, wie konsequent der Verein die Vorkommnisse
       aufarbeitet. Wir haben unsere Hilfe sofort angeboten, und nach Gesprächen
       mit dem LSB stehen wir für weitere Maßnahmen bereit“, sagte Winkler.
       
       ## Situation soll aufgearbeitet werden
       
       Der 1. FC Lok kündigte an, gemeinsam mit dem Sächsischen Landessportbund
       und dem Fanprojekt Leipzig verschiedene Workshops für diese Jugendlichen
       durchzuführen. Laut Bild-Zeitung habe es zudem einen Elternabend gegeben.
       
       LSB-Generalsekretär Christian Dahms bestätigte der dpa die Zusammenarbeit
       mit dem Verein, „damit wir diese unhaltbare Situation aufarbeiten und auch
       Prävention für die Zukunft betreiben“. Der Leiter des Projektes „[2][Im
       Sport verein(t) für Demokratie]“ soll mit dem Club und den Jugendlichen den
       Vorfall aufarbeiten und dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt.
       
       Lok Leipzig hat seit vielen Jahren mit Rechtsextremisten und Neonazis im
       Fanlager zu kämpfen. Beim Stadtderby gegen den verhassten Rivalen Chemie
       Leipzig, der für seine linke Ultraszene bekannt ist, wurde 2002 zum
       Beispiel ein Banner mit der Aufschrift „Rudolf Heß – Bei uns rechts außen“
       ausgerollt.
       
       [3][Nach dem deutschen Strafgesetzbuch (StGB)] gemäß Paragraf 86a Absatz 1
       und 2 StGB ist das Verwenden nationalsozialistischer Kennzeichen wie
       Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen strafbar. Dazu
       gehört das Zeigen des Hitlergrußes. Dafür kann man mit einer Geldstrafe
       oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren belegt werden. Wer den
       Hitlergruß zeigt, macht sich zudem häufig auch nach Paragraf 130 des StGB
       wegen Volksverhetzung strafbar. Darauf stehen Freiheitsstrafen von drei
       Monaten bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen.
       
       5 May 2018
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.lok-leipzig.com/verein/news/detail/article/der-fcl-steht-unter-schock/
 (DIR) [2] https://www.sport-fuer-sachsen.de/sport-und-gesellschaft/im-sport-vereint-fuer-demokratie/
 (DIR) [3] https://www.bundestag.de/blob/195550/4db1151061f691ac9a8be2d9b60210ac/das_strafbare_verwenden_von_kennzeichen_verfassungswidriger_organisationen-data.pdf
       
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