# taz.de -- Alte, neue Regierung für Simbabwe: „Die Leute sind recycelt worden“
       
       > Keine politische Öffnung: Präsident Mnangagwa revanchiert sich mit
       > Ministerposten beim Miitär, das ihn an die Macht gebracht hat.
       
 (IMG) Bild: Wie man's nimmt: „Eine neue Ära“ mit Mnangagwa an einer Straße in Harare
       
       Berlin taz | Emmerson Mnangagwa, Simbabwes neuer Präsident, hat eine Woche
       nach seiner Amtsübernahme seine neue Regierung vorgestellt – und damit
       viele Beobachter entsetzt, die auf einen politischen Neuanfang nach dem
       Sturz des 93-jährigen Langzeitherrschers Robert Mugabe gehofft hatten.
       Schlüsselposten gehen an das Militär.
       
       Generalmajor Sibusiso Moyo, der in der Nacht zum 15. November im Fernsehen
       das Eingreifen der Armee gegen Mugabe verkündet hatte, wird Außenminister.
       
       Der lukrative Posten des Agrarministers, über dessen Tisch alle Fragen der
       Zukunft der enteigneten Farmen des Landes gehen werden, geht an den
       langjährigen Luftwaffenchef Marschall Perence Shiri, einer der mächtigsten
       Generäle des Landes – er war früher Kommandeur der gefürchteten Fünften
       Brigade, die in den 1980er Jahren im sogenannten Gukurahundi-Feldzug im
       Matabeleland Zehntausende Oppositionsanhänger massakriert hatte.
       
       Das Informationsministerium geht an den Leiter des
       Kriegsveteranenverbandes, Chris Mutsvangwa, dessen Bruch mit Robert Mugabe
       entscheidend zu dessen Sturz beigetragen hatte. Ein anderer Verbündeter
       Mnangagwas im Machtkampf innerhalb der Regierungspartei, der zum Umsturz
       geführt hatte, wird rehabilitiert: Patrick Chinamasa erhält den Posten des
       Finanzministers zurück, den er Anfang Oktober verloren hatte.
       
       ## „Der Honeymoon geht zu Ende“
       
       Neuer Verteidigungsminister wird Kembo Mohadi, eine der Schlüsselfiguren
       der Unterdrückung der Opposition durch das Mugabe-Regime. Er war zwischen
       2002 bis 2015 Innenminister und danach Sicherheitsbeauftragter im
       Präsidialkabinett gewesen.
       
       Der Geburtstag des gestürzten Robert Mugabe, der 21. Februar, wird
       „Jugendfeiertag“. Der Posten des Jugendministers geht an die 68jährige
       Sithembiso Nyoni. Die Bildung der neuen Regierung, deren Zusammensetzung am
       späten Donnerstag bekanntgegeben wurde, sorgt für verbreitete Enttäuschung.
       Erwartungen, Mnangagwa könne die Regierung in Richtung Opposition öffnen,
       wurden nicht erfüllt – stattdessen bleibt die Macht fest in den Händen der
       Machthaber des alten Regimes, war der einhellige Tenor in der
       Öffentlichkeit.
       
       „Die Leute, die diese Krise verursachten, sind recycelt worden“, schrieb
       auf Twitter des respektierte Kommentator Trevor Ncube. „Der Honeymoon geht
       zu Ende, die Realität bricht an.“ Viele andere Simbabwer veröffentlichten
       Kommentare wie „Dafür haben wir demonstriert?“
       
       1 Dec 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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