# taz.de -- Britische Konservative kritisieren May: Soll die Parteichefin gekippt werden?
       
       > Wegen der schleppenden Brexit-Verhandlungen verliert Theresa May den
       > Rückhalt in ihrer Partei. 40 Abgeordnete wollen ihr das Misstrauen
       > aussprechen.
       
 (IMG) Bild: Ihr drohen empfindliche Rückschläge: Großbritanniens Premierministerin Theresa May
       
       London dpa | Die britische Premierministerin Theresa May verliert in ihrer
       eigenen Partei immer mehr an Rückhalt. Vierzig Abgeordnete der regierenden
       britischen Konservativen sind einem Medienbericht zufolge bereit, ihr das
       Misstrauen auszusprechen. Damit fehlen nur acht Unterzeichner eines
       „Misstrauensbriefs“, mit dem eine Neuwahl der Parteispitze erzwungen werden
       könnte, wie [1][die Zeitung Sunday Times berichtet]. Am kommenden Dienstag,
       wenn das Brexit-Gesetz erneut im Parlament besprochen wird, könnte May eine
       Niederlage drohen.
       
       Mays Position ist bereits seit der von ihr vorgezogenen Wahl im Juni
       angeschlagen, in der die Tories entgegen ihren Plänen die Mehrheit im
       Unterhaus verloren, anstatt sie auszubauen. Weiter geschwächt wurde ihre
       Regierung zuletzt durch den Mangel an Fortschritt bei den
       EU-Austrittsgesprächen in Brüssel. Kritiker lasten May an, dass auch sechs
       Runden der Brexit-Gespräche kaum Klarheit über den weiteren Verlauf des
       EU-Austritts und den Zeitplan gebracht haben. Binnen zwei Wochen waren zwei
       ihrer Minister zurückgetreten.
       
       In einem geheimen Brief an die Regierungschefin haben nach einem
       Medienbericht indes zwei ihrer Minister May aufgefordert, notfalls einen
       „harten Brexit“ durchzuziehen. Außenminister Boris Johnson und
       Umweltminister Michael Gove, die beide für den Brexit Wahlkampf gemacht
       hatten, forderten, dass alle Übergangsregelungen nach einem Austritt aus
       der EU spätestens am 30. Juni 2021 enden müssten.
       
       Das Schreiben wurde den Angaben zufolge der Sonntagszeitung Mail on Sunday
       zugespielt. Großbritannien soll im März 2019 aus der Union austreten. Das
       Land müsse auch auf ein No-Deal-Szenario vorbereitet sein, in dem
       Großbritannien die EU ohne eine Einigung mit Brüssel verlassen würde,
       argumentieren Gove und Johnson.
       
       Johnson selbst sieht sich indes mit scharfen Rücktrittsforderungen der
       Opposition konfrontiert. Der Außenminister habe das Land lange genug
       „lächerlich gemacht“, schrieb Labour-Parteiführer Jeremy Corbyn [2][in
       einem Leitartikel für den Guardian]. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan
       forderte Johnson auf, sein Amt aufzugeben.
       
       12 Nov 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.thetimes.co.uk/edition/news/tory-turmoil-as-40-mps-say-may-must-go-kkg3w6l89
 (DIR) [2] https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/nov/11/jeremy-corbyn-boris-johnson-iran
       
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