# taz.de -- EU-Haushalt nach dem Brexit: Höhere Kosten für Deutschland
       
       > Deutschland müsste nach einem Brexit jährlich 4 Milliarden Euro mehr für
       > die EU zahlen. Derweil versucht Theresa May ihre Partei auf Linie zu
       > bringen.
       
 (IMG) Bild: Ohne Großbritannien muss Deutschland mehr für den EU-Haushalt zahlen
       
       Berlin dpa | Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union
       (Brexit) kommt Deutschland teuer zu stehen. Nach einer Studie des
       EU-Parlaments, aus der die [1][Zeitungen der Funke Mediengruppe zitieren],
       dürften dem EU-Haushalt nach einem Brexit dauerhaft netto 10,2 Milliarden
       Euro fehlen.
       
       Davon müsste Deutschland als größter Nettozahler bei unveränderten
       Rahmenbedingungen rund 3,8 Milliarden Euro übernehmen. Das entspreche einer
       Steigerung der jährlichen Beitragszahlungen um 16 Prozent.
       
       „Der Brexit erhöht nicht nur die Finanzierungslast für die EU-27, sondern
       verändert auch die Verteilung der Belastungen“, heißt es dem Medienbericht
       zufolge in der Expertise. Deutschland und Länder wie die Niederlande und
       Schweden profitierten derzeit von einem Rabatt auf den „Britenrabatt“, mit
       dem London seine Zahlungen reduzieren konnte. Diese Vergünstigungen fielen
       nach dem Brexit weg.
       
       Frankreich müsste nach dem Brexit dem Bericht zufolge 1,2 Milliarden Euro
       mehr bezahlen, Italien rund eine Milliarde. Bislang zahlten Deutschland
       jährlich netto mehr als 14 Milliarden und Frankreich 5 bis 6 Milliarden
       Euro. Wie viel am Ende jedes Land zusätzlich tragen muss, hängt aber auch
       davon ab, ob die EU sich wegen des Brexits zu einer Sparpolitik gezwungen
       sieht oder neue Steuern einführt.
       
       Unterdessen versucht die britische Premierministerin Theresa May
       proeuropäische Abweichler in ihrer Partei auf Linie bringen und das Datum
       des EU-Austritts ihres Landes per Gesetz festschreiben. In der britischen
       Tageszeitung The Telegraph schrieb sie am Freitag: „Das Vereinigte
       Königreich wird die EU am 29. März 2019 um 23 Uhr britischer Zeit
       verlassen“. Dieser Satz solle auf dem Deckblatt des Gesetzes stehen.
       „Niemand sollte an unserer Entschlossenheit zweifeln oder unsere
       Bestimmtheit infrage stellen“, so May weiter.
       
       Die pro-europäischen Politiker wollen der Regierung die Zusage für ein
       Vetorecht des Parlaments in Sachen Brexit-Deal abringen.
       Brexit-Enthusiasten in der Regierungspartei fürchten, ein solches Veto
       könne den EU-Austritt im letzten Moment verhindern oder hinauszögern.
       
       Die EU hat Großbritannien am Freitag eine Frist von zwei Wochen gesetzt, um
       Zugeständnisse in den Brexit-Verhandlungen zu machen. Wenn es innerhalb von
       14 Tagen keine Grundsatzeinigung über die Rahmenbedingungen für den
       Austritt gebe, werde man im Dezember nicht wie geplant mit den Gesprächen
       über die künftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien beginnen können,
       machte EU-Chefunterhändler Michel Barnier nach der sechsten
       Verhandlungsrunde deutlich.
       
       10 Nov 2017
       
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 (DIR) [1] https://www.morgenpost.de/politik/article212495483/Warum-der-Brexit-fuer-Deutschland-richtig-teuer-wird.html
       
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