# taz.de -- Kommentar Klimakonferenz COP23: Trump zum Trotz
       
       > Klimaschutz bleibt Aufgabe aller Menschen. Das zeigen die US-Staaten und
       > Unternehmen, die weiter an den Emissionszielen arbeiten.
       
 (IMG) Bild: Stinkende Freiheit: Installation des Künstlers Jens Galschiot anlässlich der Klimakonferenz in Bonn
       
       Klimakonferenzen hatten schon immer zwei Seiten. Hier sind die kleinen
       Fortschritte der Diplomaten, und da ist die Realität jenseits der
       klimatisierten Hochsicherheitszone. In der echten Welt sind die
       klimaschädlichen Emissionen noch nie gesunken, und die Alarmzeichen werden
       immer deutlicher.
       
       [1][So war es auch in Bonn]. Während sich die Delegierten nächtelang um
       minimale Fortschritte im Text stritten, warnte draußen die UNO, die Staaten
       täten viel zu wenig. Die CO2-Emissionen legen weltweit wieder zu. Doch zum
       ersten Mal hat sich etwas gedreht: Kamen bisher die wenn auch kleinen
       Erfolge von den Verhandlern, macht seit Bonn vor allem die Dynamik „von
       draußen“ Hoffnung. Die beruht auf dem Pariser Abkommen, hat sich aber vom
       UN-Prozess entkoppelt.
       
       Bestes Beispiel dafür sind die USA. Die offizielle Delegation arbeitete
       geräuschlos, die wenigen Trumpisten blamierten sich durch aggressive
       Ignoranz. Nur die „Wir sind noch dabei“-Allianz aus US-Staaten, Städten,
       Konzernen, Investoren und Umweltgruppen bringt grünes Wirtschaften voran:
       Weil es nicht nur richtig, sondern auch lukrativ ist. Sie machen einfach
       weiter. Eine völlig andere Situation als 2001, als die USA das
       Kioto-Protokoll nicht ratifizierten. Damals verweigerte sich das Land.
       Heute verweigert sich nur die Regierung.
       
       Das lässt hoffen, wo sonst viel Hoffnungslosigkeit produziert wird.
       Fortschritte sind auf der ganzen Welt trotz der Trägheit der Vereinten
       Nationen und sogar gegen mächtige Regierungen möglich. Das kostet viel
       Kraft von Umweltgruppen, Firmen, Wissenschaftlern, Kirchen und allen, die
       sich ihrer Verantwortung stellen.
       
       Bonn hat auch gezeigt: Wenn sich die Menschen da draußen bewegen, lässt das
       die Verhandler nicht kalt. Klimaschutz ist und bleibt eine Aufgabe vor
       allem für die Opposition: auf der Straße, im Labor, mit dem Scheckbuch. Die
       Rettung der Welt ist zu wichtig, als dass man sie den Regierungen
       überlassen darf.
       
       19 Nov 2017
       
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