# taz.de -- Kommentar Zerwürfnis im Front National: Mélenchon, der lachende Dritte
       
       > Parteiintern ist die Aufregung im Front National groß, weil der Vizechef
       > im Couscous-Lokal isst. Sein Parteiaustritt gehört zu einer größeren
       > Krise.
       
 (IMG) Bild: Die Front-National-Vorsitzende Marine le Pen mit Noch-Vizechef Florian Phillippot
       
       Die Krise im rechtsextremen Front National beobachten viele mit
       Schadenfreude. Eine Partei, in der sich die Leute mit fremdenfeindlicher
       Allergie über einen Chef aufregen, weil er in einem Couscous-Lokal aß, ist
       definitiv unfähig zu regieren. [1][Der Austritt des bisherigen
       Vizepräsidenten], Florian Philippot, hat somit nur ein Schlaglicht auf das
       seit Wochen anhaltende heftige Gezänk geworfen.
       
       Es ist gut, dass der Teil der FN-Wählerschaft, der sich in vielleicht
       naiver Weise von der Kampagne zur „Entdiabolisierung“ des FN einwickeln
       ließ, jetzt die alte Fratze der extremen Rechten entdeckt, die unter dem
       von Marine Le Pen angestrebten „salonfähigen“ Image zum Vorschein kommt.
       Solche internen, zum Teil sogar brutalen Abrechnungen gab es übrigens bei
       den Erben des Faschismus in Frankreich immer wieder.
       
       Heute wird Philippot von seinen Rivalen im FN beschuldigt, er scheue die
       Kontroverse. Dabei verdeutlichen seine Entmachtung und die polemischen
       Anfeindungen nur, dass die demokratische Debatte noch nie ein Markenzeichen
       dieses politischen Lagers gewesen ist. Freuen wird sich darüber der alte
       Jean-Marie Le Pen, der selbst auch ausgeschlossen worden ist. Er verkörpert
       immer noch den FN, der sich nicht scheut, zum Rassismus und zur
       reaktionären kolonialistischen Nostalgie zu stehen.
       
       Bei Philippots Gegnern bedanken kann sich aber auch die Gegenseite, also
       der Linke Jean-Luc Mélenchon. Seine Bewegung, La France insoumise, hat in
       der französischen Politik als Opposition heute kaum Konkurrenz, und schon
       gar nicht von ganz rechts. Die von internen Problemen absorbierte Marine Le
       Pen ist praktisch unhörbar geworden.
       
       Mélenchon, der es im Unterschied zu ihr nicht ins Finale der
       Präsidentschaftswahlen geschafft hatte, bekommt seine Revanche. Er führt
       jetzt fast solo als Gegner von Präsident Emmanuel Macron den politischen
       Widerstand gegen die liberalen Arbeitsrechtsreformen an.
       
       21 Sep 2017
       
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