# taz.de -- Kolumne Pflanzen essen: The United States of Veganerica
       
       > Ein kleiner Rundblick ins Land des unbegrenzten Veganismus. Mit Donuts
       > und Delis, tierfreien Ledersitzen im Tesla – und Kylie Jenner.
       
 (IMG) Bild: Dieses Eis aus dem Van Leeuwen Shop ist in New York und Los Angeles gerade der heiße Scheiß – und selbstverständlich auch vegan
       
       Veni, vegan, vici! Alle paar Folgen fasse ich an dieser Stelle zusammen,
       was sich in den USA neues hinsichtlich der Integration des veganen
       Lifestyles in den Mainstream tut.
       
       Zum Beispiel an der Lower East Side von Manhattan: Da eröffneten vor
       einiger Zeit die Schwestern Erica und Sara Kubersky [1][das Orchard Grocer
       Deli]. New Yorker Delis sind traditionell Fleischtempel, wo
       Pastrami-Sandwiches, Eier mit Speck, Cream-Cheese-Bagel mit Räucherlachs,
       Hühnersuppe und Co serviert werden. Wer da nach einer veganen Alternative
       fragt, kriegt vom Kellner ein paar saure Gurken mit ebensolchem Lächeln auf
       den Teller geklatscht.
       
       Nicht so im Orchard Grocer. Der Käse für den Bagel wird aus Cashews
       hergestellt, und der „Lachs“ besteht aus marinierten, geräucherten
       Karotten, die, unglaublicherweise, genauso schmecken wie Fisch.
       
       Auch klassische Americana wie Donuts [2][haben sich der Veganisierung
       hingegeben]: Bei Doe Donuts in Portland, Oregon, kann man zwischen 14
       veganen Donut-Varianten wählen. Etwa den „The Golden Child“ (Schoko-Donut
       mit Ganache, Brownie, Schokosplittern, Schokochips und essbaren Goldperlen)
       oder dem „doe!“ (Erdbeermilch und Zuckerstreusel). Besitzer Carly Sitner
       und Crystal Wegener schätzen, dass die Hälfte der Kundschaft keine Veganer
       sind. Sie kommen, weil’s schmeckt.
       
       Good News auch von Tesla, der Elektroautomarke des Visionärs Elon Musk: Das
       Unternehmen [3][verzichtet seit Ende Juli] auf Leder für die
       Innenausstattung der Wagen. Eine Reaktion auf den vielfachen Wunsch der
       Konsumenten, denen die Zusammenhänge zwischen der globalen Tierwirtschaft
       und den daraus resultierenden Umweltproblemen zunehmend bewusst werden.
       
       Und nur wenige Tage später kündigte Kylie Jenner, das jüngste Mitglied des
       – jetzt rollen sicher einige taz-Leser mit den Augen –
       Kardashian-Jenner-Clans auf Snapchat an, dass sie es [4][mit „diesem ganzen
       veganen Ding“ mal probieren wolle].
       
       Man muss Kylie und die Kardashians nicht mögen. Aber Kylie hat allein auf
       Twitter [5][mehr als 22 Millionen Fans]. Die meisten davon sind sehr jung
       und damit offen für neue Konsum- und Lebensweisen. Und ob die sich nun
       durch Kylie dazu inspirieren lassen, eine pflanzliche Ernährung
       auszuprobieren, das ist den Tieren schlussendlich völlig egal. Mir auch.
       Mehr Mainstream geht nicht.
       
       12 Sep 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.nytimes.com/2017/03/13/dining/vegan-orchard-grocer-lower-east-side.html
 (DIR) [2] http://www.wweek.com/restaurants/reviews/2017/05/31/east-portland-now-has-the-citys-first-vegan-doughnuts-and-a-brand-new-vegan-cafe/
 (DIR) [3] http://www.giga.de/unternehmen/tesla-motors/news/tesla-wird-vegan-und-wirft-ledersitze-komplett-aus-dem-programm/
 (DIR) [4] http://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-4732168/Kylie-Jenner-goes-vegan.html
 (DIR) [5] https://twitter.com/kyliejenner?lang=de
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ariane Sommer
       
       ## TAGS
       
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