# taz.de -- Mehrweg vs. Einweg II: Nicht viel mehr als ein Symbol
       
       > Die vom Senat getragene Kampagne zur Vermeidung von Einwegbechermüll ist
       > gut gemeint – und viel zu kurz gedacht.
       
 (IMG) Bild: Soll aus dem Straßenbild verschwinden: leerer Einwegbecher
       
       Grundsätzlich ist an Symbolpolitik nichts Schlimmes: Sie kann einen Anstoß
       zum Umdenken geben. So auch die [1][Mehrweginitiative „Better World Cup“].
       Wenn Cafés künftig ohne Murren mitgebrachte Becher befüllen, ist das gerade
       in Berlin ein Schritt in die richtige Richtung.
       
       Sonst aber ist der Mehrweg-Move von Senat und Verbänden die sprichwörtliche
       Maus, die der Berg gebiert. Zur Erinnerung: Vor einem halben Jahr hatten
       die Koalitionsfraktionen den Senat aufgefordert, ein System zu entwickeln,
       das einheitliche Pfandbecher beinhaltet und für die Nutzung eines
       Mehrwegtrinkgefäßes „mindestens 20 Cent Rabatt“ gewährt.
       
       Der Rabatt ist nun freiwillig und kann sogar in Naturalien geleistet
       werden. Das ist wenig überzeugend, aber auch nicht das Problem. Viel
       enttäuschender ist, dass die Einführung eines allgemeinen Pfandbechers
       versäumt wurde. Der soll, vielleicht, irgendwann, in einer zweiten Phase
       kommen. Dabei gibt es Beispiele, die ganz gut anlaufen. Offenbar fürchtet
       man rechtliche Probleme, wenn man einen Marktteilnehmer unterstützt. Aber
       so etwas sollte eine Senatsverwaltung eigentlich meistern.
       
       Jetzt wird es darauf hinauslaufen, dass viele bunte Plastikbecher
       produziert werden, die dann – so ist er nun mal, der Mensch – auf dem
       Küchenbord Staub fangen oder mit klebrigen Milchschaumresten in der
       Umhängetasche versauern. Da greift man dann doch lieber schnell zum
       Einwegmodell.
       
       So den Kampf gegen die Becherflut gewinnen zu wollen, ist, als versuche man
       den Wannsee mit einem Haushaltseimer leer zu schöpfen.
       
       14 Jul 2017
       
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