# taz.de -- Vorermittlungen gegen Macrons Minister: Ferrands Immobilienaffäre
       
       > Eine Last liegt auf der Regierung Frankreichs: Die Anzeige einer
       > Antikorruptionsorganisation veranlasst die Staatsanwaltschaft zu neuen
       > Untersuchungen.
       
 (IMG) Bild: Der verdächtigte Richard Ferrand bei einer Pressekonferenz Anfang Mai
       
       Brest afp | Die französische Justiz hat Vorermittlungen in einer
       Immobilienaffäre um einen Minister und engen Vertrauten von Staatschef
       Emmanuel Macron eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft der
       nordwestfranzösischen Stadt Brest gab am Donnerstag die Eröffnung eines
       vorläufigen Ermittlungsverfahrens wegen der Vorwürfe gegen den Minister für
       den territorialen Zusammenhalt, Richard Ferrand, bekannt. Die Affäre um ein
       früheres Immobiliengeschäft lastet schon seit Tagen auf Macrons Regierung.
       
       Hintergrund ist ein Immobiliendeal aus dem Jahr 2011. Ein damals von
       Ferrand geleiteter Versicherer hatte sich in Brest bei der Anmietung eines
       Gebäudes für das Angebot der Lebensgefährtin des heutigen Ministers
       entschieden. Es besteht der Verdacht, dass Ferrands Lebensgefährtin
       bevorzugt wurde.
       
       Die Staatsanwaltschaft von Brest hatte es vergangene Woche noch abgelehnt,
       in der Affäre Vorermittlungen einzuleiten. Nun erklärte Staatsanwalt Eric
       Mathais, nach der Analyse neuer Elemente habe er sich für diesen Schritt
       entschieden.
       
       Am Mittwoch hatte die Anti-Korruptions-Organisation Anticor in der Affäre
       Anzeige erstattet. Sie ist nicht nur gegen Ferrand gerichtet, sondern auch
       gegen den Verwaltungsrat des Versicherers Mutuelles de Bretagne und gegen
       Ferrands Lebensgefährtin. Der Minister hat die Vorwürfe stets
       zurückgewiesen und einen Rücktritt ausgeschlossen. Am Mittwoch betonte er:
       „Alles, was ich in meinen Berufsleben getan habe, ist legal, öffentlich,
       transparent.“
       
       Die Affäre lastet aber anderthalb Wochen vor der Parlamentswahl auf dem
       Ansehen von Macrons Regierung. Zumal der Präsident im Wahlkampf stets
       betont hatte, Politiker müssten eine Vorbildfunktion einnehmen und eine
       weiße Weste haben.
       
       1 Jun 2017
       
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