# taz.de -- Ohrwurm-Interpret gestorben: Mah Nà Mah Nà Bidi Bidibi
       
       > Alessandro Alessandroni kennt kaum jemand. Seinen berühmtesten Song aber,
       > der gänzlich ohne Worte auskommt, haben wir alle im Kopf.
       
 (IMG) Bild: Mah Nà Mah Nà Bidi Bidibi
       
       It’s the Singer, not the Song, heißt es so schön. Es sind die Ausnahmen,
       die jenes Rock-'n‘-Roll-Axiom bestätigen: Alle kennen den Song „Mah Nà Mah
       Nà“, aber kaum jemand weiß, dass er von dem italienischen Komponisten Piero
       Umiliani geschrieben wurde.
       
       Noch unbekannter ist sein Sänger Alessandro Alessandroni, ein in den
       Sechzigern und Siebzigern vielbeschäftigter italienischer Studiomusiker,
       der für viele Soundtracks von Italowestern Titelmelodien gepfiffen hat und
       zahlreiche Filmmusiken komponierte.
       
       Berühmt wurde seine Version von [1][„Mah Nà Mah Nà“ als Song der
       Kindersendung „Muppet Show“]. In meiner Erinnerung taucht dazu „Animal“
       auf, das in der deutschen Fassung Tier genannte Zottelviech, und drischt
       wie besessen auf das Schlagzeug ein, begleitet von einer Puppe mit
       Baskenmütze und dunkler Sonnenbrille, die Gitarre spielte.
       
       ## Schwedinnen in der Sauna
       
       Vor seiner Übernahme durch die [2][Sesamstraße] und die Muppetshow
       untermalte „Ma Nà Mà“ [3][den italienischen Exploitation Sexfilm „Svezia,
       Inferno E Paradiso“]. Ein Skandal? Nein, viele schmierige Filme haben tolle
       Soundtracks berühmter Komponisten. Von irgendwas müssen die Musikusse ja
       leben.
       
       Das Alleinstellungsmerkmal von „Ma Nà Ma Nà“ ist sein infantiler Charakter.
       Alessandronis Gesang macht den Song einprägsam. Die einzige gesungene
       Textzeile lautet „Ma Nà Ma Nà, Bidi Bidibi“ mit einer Coda der letzten
       Silben „Bidi Bidi Bidibi Di“.
       
       Die Wiederholung der Silben ohne Wortsinn ist an den Scatgesang des Jazz
       angelehnt, und doch klingt Ma Nà Ma Nà wie eine typisch freche
       italienisches Funk-Pop-Soul-Fälschung der späten Sechziger. Überflüssig zu
       erwähnen, dass der Song in den Neunzigern auch von HipHop-Produzenten
       gesampelt wurde.
       
       Seinen Sänger wird das gefreut haben. Am Montag ist er in seiner
       Heimatstadt Rom kurz nach seinem 92. Geburtstag gestorben.
       
       30 Mar 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.youtube.com/watch?v=8N_tupPBtWQ
 (DIR) [2] https://www.youtube.com/watch?v=01v9wALJ19w
 (DIR) [3] https://www.youtube.com/watch?v=yXo1ufdQ4sg
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Julian Weber
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Rock'n'Roll
 (DIR) Noise
       
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