# taz.de -- Proteste gegen die Lega Nord in Neapel: Italiens Umgang mit Ultrarechten
       
       > Bei einer Demonstration gegen die Lega Nord kommt es zu Ausschreitungen.
       > Ein gefundenes Fressen für den Chef der Rechts-Partei.
       
 (IMG) Bild: Proteste in Neapel gegen Matteo Salvini und seine Lega Nord
       
       Rom afp | Nach gewaltsamen Zusammenstößen in Neapel zwischen Gegnern des
       Rechtsaußenpolitikers Matteo Salvini und der Polizei ist in Italien eine
       Debatte über Redefreiheit und Proteste gegen Ultrarechte entbrannt. Am
       Samstag hatten einige hundert Mitglieder autonomer und antirassistischer
       Gruppen gegen den Auftritt des Lega-Nord-Chefs in der süditalienischen
       Stadt demonstriert. Aus der Demonstration löste sich eine kleine Gruppe,
       die Steine, Leuchtgeschosse sowie Rauch- und Brandbomben in Richtung der
       Bereitschaftspolizisten warf.
       
       Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Gruppe vor, die mehrere Autos und
       Mülltonnen in Brand steckte. Die Polizisten nahmen drei Menschen fest,
       Berichte über schwere Verletzungen gab es nicht.
       
       Salvini beschuldigte Neapels Bürgermeister, den
       Anti-Korruptionsstaatsanwalt der liberalen Partei Italien der Werte, Luigi
       de Magistris, für die Krawalle mitverantwortlich zu sein. Am Sonntag
       forderte er ihn zum Rücktritt auf. Zugleich kündigte er an, dass er de
       Magistris wegen Beleidigung verklagen werde.
       
       Der Bürgermeister hatte den Vorsitzenden der rassistischen Partei Lega Nord
       vor dessen Besuch als fremdenfeindlichen Faschisten voller Verachtung für
       den Süden bezeichnet. De Magistris versuchte zudem, kraft seines Amtes als
       Bürgermeister Salvinis Auftritt zu verhindern. Doch der Präfekt setzte im
       Auftrag des Innenministeriums durch, dass der Lega-Nord-Chef reden durfte.
       
       Die meisten Medien äußerten sich kritisch zum Umgang des Bürgermeisters mit
       dem Fall. Er habe es Salvini durch sein Vorgehen ermöglicht, sich zum
       Verteidiger der Meinungsfreiheit aufzuschwingen, schrieb beispielsweise die
       Zeitung „La Repubblica“.
       
       De Magistris, der sich vor Tagen für Proteste gegen Salvini ausgesprochen
       hatte, distanzierte sich von den Ausschreitungen vom Samstag. Jegliche Form
       von Gewalt lehne er ab, sagte er.
       
       12 Mar 2017
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Lega
 (DIR) Italien
 (DIR) Matteo Salvini
 (DIR) Neapel
 (DIR) Italien
 (DIR) Frauke Petry
 (DIR) Europa
 (DIR) Schwerpunkt Rassismus
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Neofaschismus in Italien: Gepflegter Plausch mit Faschos
       
       In Italien wird eher wenig Distanz zum Neofaschismus gehalten. Politiker
       und Journalisten tauschen sich oft mit Protagonisten von ganz weit rechts
       aus.
       
 (DIR) Treffen der europäischen Rechten: Tausende protestieren dagegen
       
       In vielen europäischen Ländern sehen sich die Rechtspopulisten auf dem
       Vormarsch. in Koblenz demonstrierten 5.000 gegen ein Treffen ihrer Spitzen.
       
 (DIR) Demokratie in Europa: Druck von rechts
       
       Nicht weniger als die politische Einigung Europas steht 2017 auf dem Spiel.
       Ein Überblick von Rom bis Berlin.
       
 (DIR) Rassismus in Italien: Beim Spaziergang totgeprügelt
       
       Der brutale Mord an einem nigerianischen Flüchtling in der Kleinstadt Fermo
       erregt das Land. Der Täter war ein stadtbekannter rechtsradikaler Hooligan.