# taz.de -- US-Botschaft in Israel: Netanjahu für Umzug nach Jerusalem
       
       > Israels Regierungschef besucht bald Donald Trump. Schon jetzt fordert er,
       > dass nicht nur die USA ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem
       > verlegen.
       
 (IMG) Bild: Die US-Botschaft in Tel Aviv
       
       Jerusalem afp | Vor seinem Besuch in Washington hat der israelische
       Regierungschef Benjamin Netanjahu bei der US-Regierung erneut darauf
       gedrungen, die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu
       verlegen. „Die Botschaft der USA muss sich hier in Jerusalem befinden“,
       erklärte Netanjahu am Sonntag nach der wöchentlichen Kabinettssitzung.
       
       „Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und es wäre gut, wenn die
       amerikanische Botschaft nicht die einzige wäre, die sich hier ansiedelt,
       und wenn alle Botschaften dasselbe tun“, fügte Netanjahu in seiner
       Erklärung hinzu. Er gehe davon aus, dass sich die meisten Länder zu diesem
       Schritt entschließen würden.
       
       Der neue US-Präsident Donald Trump hat Netanjahu für Februar zu einem
       Besuch nach Washington eingeladen. Vor seinem Amtsantritt hatte Trump
       angekündigt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die
       US-Botschaft „schnell“ von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Vor einer
       Woche äußerte sich Trumps Sprecher Sean Spicer jedoch zurückhaltend über
       eine mögliche Verlegung der Botschaft. „Wir stehen selbst bei den
       Diskussionen über das Thema noch ganz am Anfang“, sagte er.
       
       Der Status von Jerusalem ist einer der wichtigsten Knackpunkte im
       Nahost-Konflikt. Während Israel Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt
       betrachtet, wollen die Palästinenser Ost-Jerusalem zur Hauptstadt ihres
       künftigen Staates machen. Die meisten Staaten erkennen Jerusalem als Ganzes
       deswegen nicht als Israels Hauptstadt an.
       
       Ein Umzug der US-Botschaft wäre daher ein schwerwiegender Bruch mit den
       diplomatischen Gepflogenheiten der vergangenen Jahrzehnte. Die
       Bundesregierung sowie die EU und die UNO warnten vor einem erheblichen
       Rückschlag bei den Bemühungen um eine Zwei-Staaten-Lösung.
       
       29 Jan 2017
       
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