# taz.de -- Stimmen für die Offenhaltung von Tegel: Für jede Unterschrift einen Euro!
       
       > Die Kampagne für den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel läuft schlecht.
       > Die FDP verlost deswegen unter besonders eifrigen Sammlern Geld.
       
 (IMG) Bild: Und bist du nicht willig, dann zahl ich dich halt: FDP-Politiker Sebastian Czaja fliegt auf Tegel
       
       Zur Halbzeit sieht es gar nicht gut aus für die FDP und ihren Versuch, den
       Flughafen Tegel mittels Volksbegehren offen zu halten: Bei der letzten
       offiziellen Zählung im Januar lag der Landeswahlleitung noch nicht mal ein
       Fünftel der nötigen 174.000 Unterschriften vor. Also muss man eben
       nachhelfen. Am besten mit, da bleibt die FDP ganz FDP, monetären Anreizen.
       Ergebnis ist der Wettbewerb „1.000 für 1.000“: Wer bis Ende Februar tausend
       Unterschriften sammelt, darf an einer Verlosung teilnehmen. Hauptgewinn:
       1.000 Euro.
       
       „Das ist ein Leistungsanreiz für Menschen, die bei diesen Temperaturen
       sammeln“, sagt denn auch FDP-Pressesprecher Helmut Metzner zu dem Geld, das
       ein FDP-Vorstandsmitglied privat gespendet habe. Stimmenkauf sei dahinter
       ganz und gar nicht zu vermuten: „Wir kaufen keine Stimmen, wir kaufen
       Engagement.“
       
       Alles andere würde die FDP auch weit teurer kommen als 1.000 Euro: Wer
       einem anderen dafür, dass er in einem bestimmten Sinne wählt, Geschenke
       anbietet, wird laut Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
       oder Geldstrafe bestraft.
       
       Leute fürs Sammeln zu bezahlen ist laut Landeswahlleitung hingegen nicht
       verboten, nach ihrer Kenntnis aber in Berlin bislang nicht vorgekommen. Die
       Grauzone: Profi-Sammler könnten einen Teil ihres Salärs weiterleiten, um an
       Unterschriften ranzukommen. Das wäre dann wieder strafbar – soweit
       nachweisbar. Kritik entzündet sich daran, solch professionelles Vorgehen
       verzerre die Chancengleichheit – wobei das allerdings bei Plakaten und
       sonstiger Werbung, also den legalen Varianten der Wählerbeeinflussung,
       nicht anders ist.
       
       Der Gewinner kann den Preis jedenfalls bar beim Landesparteitag am 10. März
       im Hotel Ellington abholen. FDPler selbst dürfen sich übrigens nicht
       beteiligen – sie müssen weiter aus reinem Idealismus sammeln.
       
       7 Feb 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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