# taz.de -- Salafisten in Deutschland: Missionierung mit Bart
       
       > Förderung von außen: BND und Verfassungsschutz gehen davon aus, dass die
       > Regierungen Katars und Saudi-Arabiens Salafisten in Deutschland
       > unterstützen.
       
 (IMG) Bild: Aus Katar und Saudi-Arabien unterstützt: Salafisten verteilen den Koran (Archivbild aus dem Jahr 2012)
       
       Berlin afp | Religiöse Organisationen aus Saudi-Arabien, Kuwait und Katar
       stehen Medienberichten zufolge im Verdacht, die Salafismus-Szene in
       Deutschland zu unterstützen. Wie [1][Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR] am
       Montag unter Berufung auf den Bundesnachrichtendienst (BND) und das
       Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) berichteten, geht es den Ländern
       dabei um die Verbreitung einer fundamentalistischen Variante des Islam.
       
       Demnach schicken sie unter anderem Prediger und unterstützen den Bau von
       Moscheen und Schulungseinrichtungen. In der „Zwischenbilanz“ der beiden
       Geheimdienste heißt es den Berichten zufolge, dass es sich bei der Arbeit
       der Missionsbewegungen aus den Golfstaaten um eine „langfristig angelegte
       Strategie der Einflussnahme“ handle.
       
       Es gebe inzwischen zahlreiche Belege dafür, dass Organisationen wie die
       „Revival of Islamic Heritage Society“ (RIHS) aus Kuwait, die „Shaykh Eid
       Charity Foundation“ aus Katar oder die „Muslim World League“ aus
       Saudi-Arabien europäischen und deutschen Salafisten Moscheen und
       Schulungseinrichtungen finanzierten.
       
       Die RIHS soll etwa über eine Immobilienfirma versucht haben, in
       Baden-Württemberg ein salafistisches Zentrum zu errichten, was schließlich
       nach einer Intervention der Polizei scheiterte. Dem Verfassungsschutz
       zufolge war diese Investition „Teil eines Strategieplans zur Missionierung
       Süddeutschlands“. Offiziell lehnen die RIHS sowie die anderen
       Organisationen jede Form von Gewalt und Terrorismus ab.
       
       Die saudiarabische Regierung soll in der Vergangenheit auf die
       Unabhängigkeit der religiösen Bewegungen verwiesen haben, die Geheimdienste
       kommen den Berichten von SZ, NDR und WDR zufolge aber zu dem Schluss, diese
       seien „eng mit staatlichen Stellen in ihren Herkunftsländern verbunden“.
       
       Für Saudi-Arabien etwa sei die „weltweite Missionierung unverändert
       Staatsräson und Teil der Außenpolitik“. Deshalb müsse auch mit einer
       Ausweitung der Aktivitäten in Europa und Deutschland gerechnet werden.
       
       13 Dec 2016
       
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