# taz.de -- Diktator Marcos auf Philippinen beigesetzt: Proteste nach Heldenbegräbnis
       
       > Mit militärischen Ehren wurde am Freitag der philippinische Diktator
       > Marcos als Held begraben. Seine Folteropfer fühlen sich verhöhnt.
       
 (IMG) Bild: „Marcos ist kein Held“: Aus Angst vor Protesten hatte die Regierung die Beisetzung geheimgehalten
       
       Manila dpa | Gegen den Protest von Folteropfern ist der einstige Diktator
       der Philippinen, Ferdinand Marcos, am Freitag ohne Ankündigung auf dem
       Heldenfriedhof in Manila beigesetzt worden. 27 Jahre nach seinem Tod
       gewährte ihm die Regierung 21 Salutschüsse und militärische Ehren.
       
       Marcos' Tochter Imee lud [1][Videos von der Prozession] mit dem in eine
       Flagge gehüllten Sarg auf Facebook hoch. Erst vor zehn Tagen hatte das
       Oberste Gericht Klagen gegen die geplante Bestattung abgeschmettert.
       
       Aus [2][Sorge vor Protesten] hatten die Organisatoren die Pläne bis zuletzt
       geheim gehalten. Sowohl Marcos‘ Frau Imelda als auch die Kinder waren
       zugegen, wie sie später berichteten. Vor dem Friedhof zogen Hundertschaften
       der Polizei mit Schutzschilden auf.
       
       Im ganzen Land kam es vereinzelt zu Protestaktionen. „Er ist kein Held“,
       stand auf einem Plakat. „Dies ist ein schwarzer Tag in der Geschichte
       unseres Landes, an dem ein Tyrann, ein Mörder, ein Dieb als Held gefeiert
       wird“, schrieb die [3][Menschenrechtsorganisation Karapatan].
       
       Unter dem Marcos-Regime waren [4][Tausende Menschen umgekommen oder
       gefoltert] worden. Außerdem bereicherte sich die Familie mit
       Milliardensummen aus der Staatskasse. Opfer der Marcos-Diktatur hatten
       vergeblich versucht, das Begräbnis gerichtlich zu verhindern. Marcos habe
       die Ehre nicht verdient, meinten sie.
       
       Marcos' Frau Imelda (87) hatte den Leichnam seit Jahren in einem Glassarg
       aufgehoben, weil sie auf der Heldenbestattung bestand. Alle Regierungen
       hatten das bisher verweigert. Mit der Wahl von Rodrigo Duterte zum
       Präsidenten in diesem Jahr änderte sich die Lage. Marcos sei schließlich
       nie verurteilt worden, argumentierte er.
       
       Marcos war von 1965 bis 1986 Präsident. Er flüchtete nach einem
       Volksaufstand gegen sein Regime ins Exil und starb 1989 auf Hawaii.
       
       18 Nov 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.facebook.com/ImeeMarcos/videos/10154771362652431/
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 (DIR) [3] http://karapatan.org/
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