# taz.de -- Neues Gesetz: Bankenwechsel wird einfacher
       
       > Ab dieser Woche greifen die Erleichterungen beim Kontowechsel. Der
       > aufwändige Papierkrieg entfällt dank des neuen Zahlungskontengesetzes.
       
 (IMG) Bild: Verschiedene Karten, verschiedene Konten: ein Wechsel wird nun einfacher
       
       Berlin taz | Ab dieser Woche ist der Wechsel zu einer anderen Hausbank
       leichter. Denn fortan sind die Geldinstitute zur Hilfe verpflichtet. Das
       bewirkt das nun in Kraft getretene „Zahlungskontengesetz“. „Ein Kontoumzug
       war bislang immer mit hohem Aufwand und auch Risiken verbunden“, sagt
       Josefine Lietzau vom Verbraucherportal Finanztip, „etwa, dass die Miete
       nicht mehr pünktlich überwiesen wird.“ Die Institute müssen den Umzug nun
       auch selbst abwickeln.
       
       Die bürokratischen Hürden können Verbraucher schnell überwinden. Sie suchen
       sich eine andere Bank oder Sparkasse und bevollmächtigen alte und neue Bank
       zur Abwicklung des Wechsels. Innerhalb von zwei Werktagen fordert das neue
       Institut vom alten die wichtigsten Daten zum Geldverkehr des Kunden ab. Die
       alte Bank hat dann wiederum fünf Tage Zeit, dem Konkurrenten alle Zahlungen
       der letzten 13 Monate zu nennen. Damit werden auch die nur einmal jährlich
       anfallenden Überweisungen abgedeckt, zum Beispiel Vereinsbeiträge oder die
       Kfz-Steuer.
       
       Weitere fünf Tage bleiben der neuen Bank, die Daten in ihr System
       einzugeben. Nach zwei Wochen soll der gesamte Wechsel abgeschlossen sein.
       Allerdings muss das Konto bei der alten Bank dann noch gekündigt werden. So
       fallen je nach Kontomodell weiterhin Gebühren an. Geht trotzdem etwas
       schief, haftet die Bank für den Schaden. Die neue Bank informiert auch
       Zahler oder Zahlungsempfänger über die geänderte Bankverbindung.
       
       Echten Wettbewerb gab es beim Girokonto bisher nur in engen Grenzen. Einer
       Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge hat nicht einmal jeder vierte
       Verbraucher im Verlauf seines Lebens bereits einmal das Geldhaus
       gewechselt. Der damit verbundene Aufwand erschien vielen zu hoch. Dabei
       sind die Konditionen zwischen den einzelnen Anbietern recht
       unterschiedlich. „Der Wechsel zu einer Direktbank kann schnell mal um die
       100 Euro bringen“, berichtet Lietzau nach einem Vergleich der Kosten.
       
       Die kostenlose Kontoführung, die einzelne Banken anbieten, neigt sich dem
       Ende zu. Die niedrigen Zinsen schlagen sich allerorten in schwindende
       Erträge der Kreditinstitute nieder. Von einer Quersubventionierung der
       Girokonten nehmen Banken und Sparkassen daher zunehmend Abstand. Steigenden
       Kosten können Verbraucher nun leichter durch einen Anbieterwechsel
       begegnen.
       
       Auch das Bundesverbraucherministerium rechnet nun mit mehr Wettbewerb. Die
       verbraucherrechtlichen Voraussetzungen dafür seien nun geschaffen, sagt
       Staatssekretär Gerd Billen. Es ist schon die zweite wichtige Änderung im
       laufenden Jahr. Bereits im Juni trat der erste Teil des Gesetzes in Kraft,
       das unter anderem das Girokonto für jedermann ermöglicht hat.
       
       19 Sep 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Wolfgang Mulke
       
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