# taz.de -- Montagsdemo in Berlin: CDU schießt den Vogel ab
> Eine CDU-Abgeordnete demonstriert in Altglienicke gegen geplante
> Flüchtlingsunterkünfte – die NPD ebenfalls.
(IMG) Bild: Auch in Altglienicke soll eine Containerunterkunft für Flüchtlinge gebaut werden
„Wir Altglienicker werden nicht zusehen, wie unser Kiez kaputt gemacht
wird“, beginnt der Facebook-Eintrag, darunter der Aufruf zu einer
Demonstration unter dem Titel „Für die gerechte Verteilung von Asylanten
und Flüchtlingen im Stadtteil Treptow-Köpenick“. Der Eintrag stammt von der
Profilseite der CDU-Abgeordneten Katrin Vogel, die auch Kreisvorsitzende
ihrer Partei in Treptow-Köpenick ist. Sie hatte die Demonstration nicht nur
beworben, sondern am Montagabend auch selbst dort gesprochen. Ebenfalls
unter den rund 200 TeilnehmerInnen: Andreas Käfer, Kreisvorsitzender in
Marzahn-Hellersdorf – nicht der CDU, sondern der NPD.
Dass sich unter den DemonstrantInnen auch Rechtsextreme befanden, habe sie
nicht gewusst, sagt Vogel am Dienstag. Zu der Demonstration aufgerufen
hatte eine neue Anwohnerinitiative, über die bisher wenig bekannt ist.
„Montagsdemonstrationen“ gegen geplante Flüchtlingsheime sind aus anderen
Stadtteilen wie Marzahn, Buch und Köpenick allerdings als rechtsextreme
Veranstaltungen bekannt.
Laut Vogel nimmt der Ortsteil Altglienicke, in dem eine Containerunterkunft
für 500 Personen geplant ist, überproportional viele Flüchtlinge auf. Die
Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage, die Vogel selbst im März
gestellt hatte, widerlegt allerdings diese Behauptung: Ihr zufolge wohnen
acht Prozent der in Treptow-Köpenick untergebrachten Flüchtlinge in
Altglienicke, das damit leicht unter dem Durchschnitt der Ortsteile liegt.
Die Berliner CDU-Fraktion stellt sich am Dienstag vor die Abgeordneten:
„Demonstrationsfreiheit ist ein Grundrecht und steht jedem Menschen in
Deutschland zu“, sagt Michael Thiedemann, Pressesprecher der Fraktion.
Vogel habe sich „den Sorgen und Fragen der Bürgerinnen und Bürger in ihrem
Wahlkreis gestellt“. Von der Opposition kommt hingegen scharfe Kritik: „Wie
tief ist die Berliner CDU bloß gesunken, dass sie Seit an Seit mit Rechten
gegen Flüchtlinge mobilisiert“, fragt die Grünen-Fraktionsvorsitzende
Ramona Pop. Vogel selbst kündigte gegenüber dem Tagesspiegel an, sich
„nicht in die rechte Ecke stellen zu lassen“. Am nächsten Montag wolle sie
wieder dabei sein.
10 May 2016
## AUTOREN
(DIR) Malene Gürgen
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