# taz.de -- Nach der Wahl in Baden-Württemberg: Die Zeichen stehen auf Grün-Schwarz
       
       > Weder Ampel noch Deutschland-Koalition: Im Südwesten scheint es auf eine
       > Zusammenarbeit zwischen Grünen und Union hinauszulaufen.
       
 (IMG) Bild: Ernüchternde Gespräche: Winfried Kretschmann sprach mit der FDP (im Bild der Landesvorsitzende Michael Theurer (r.) und Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke)
       
       Stuttgart dpa | Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben sich
       Dreierbündnisse überraschend schnell und klar erledigt. Die Zeichen in
       Stuttgart stehen nun auf Grün-Schwarz.
       
       Die FDP lehnte nach ersten Gesprächen die Zusammenarbeit mit SPD und Grünen
       in einer Koalition ab. „Die FDP wird in die Opposition gehen“, kündigte
       Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke am Freitag an. „Der Vorrat an
       Gemeinsamkeiten für den Politikwechsel, den wir wollen, ist zu gering“,
       sagte er nach jeweils bilateralen Gesprächen.
       
       Damit ist sowohl eine grün-gelb-rote Ampel unter Winfried Kretschmann
       (Grüne) als auch eine schwarz-rot-gelbe Deutschland-Koalition unter
       CDU-Fraktionschef Guido Wolf gestorben. Wolf hatte auch der SPD eine Absage
       erteilt, die ebenso wie die Grünen keine unüberwindlichen Hindernisse für
       eine Allianz mit der FDP sieht. Folglich könnte es nun – bundesweit
       erstmals in einem Bundesland – auf Grün-Schwarz hinauslaufen. Diese
       Konstellation spaltet allerdings die CDU-Basis.
       
       Die einen fürchten, in einer solchen Allianz den „Markenkern“ zu verlieren.
       Die anderen verweisen auf gemeinsame Werte der Christdemokraten und der vom
       konservativen Katholiken Kretschmann angeführten Ökopartei, wie eine
       dpa-Umfrage ergab.
       
       Die Liberalen hatten sich mit einem Parteitagsbeschluss darauf festgelegt,
       nicht mit Grünen und SPD in einer Regierung zusammenzuarbeiten.
       FDP-Landeschef Michael Theurer betonte: „Wir stehen nach der Wahl zu dem,
       was wir vor der Wahl gesagt haben.“
       
       SPD-Landeschef Nils Schmid betonte, in einem ersten eineinhalbstündigen
       Gespräch könne er nicht alle Kompromisslinien besprechen. Konkret werde es
       erst in Koalitionsverhandlungen. Er halte eine Zusammenarbeit zwischen FDP
       und SPD grundsätzlich für denkbar. Auch Ministerpräsident Winfried
       Kretschmann (Grüne) sagte nach einem knapp zweistündigen Gespräch, er sehe
       keine unüberwindlichen Differenzen. Es habe keine „Sperrwirkung von vorne
       herein“ gegeben.
       
       18 Mar 2016
       
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