# taz.de -- Die Wahrheit: Geili Kylie
       
       > Zwischen den beiden Marken Kylie Minogue und Kylie Jenner ist noch Platz
       > für eine dritte Kraft im umkämpften Markensektor: Kylie Zylka.
       
 (IMG) Bild: Ist sonst eher nur mit Lederjacke und ohne Blumen zu sehen: Sängerin Pink 2006 in Toronto
       
       Auf dem Einwohnermeldeamt habe ich soeben meinen Vornamen in „Kylie“ ändern
       lassen. Denn erstens klingt Kylie Zylka (zwei y, zwei l, zwei k!) ja wohl
       geili. Und zweitens habe ich große Lust, ein bisschen in den
       Markenrechts-Beef einzusteigen, den die anderen beiden Kylies momentan
       miteinander haben.
       
       Kylie Minogue hat Angst, dass Kylie Jenner ihren „Kylie“-Produkten (den
       Parfums „Kylie Darling“, „Kylie Sweet Darling“ und „Kylie Sexy Darling“)
       gefährlich werden könnte. Denn Kylie Jenner weiß ebenfalls, wo der Frosch
       seine Locken hat und wie man seinen Typ optimiert, und will
       „Kylie“-Lippenstifte, auf Dauer vielleicht sogar „Kylie“-Unterwäsche
       verkaufen. Genau da könnten, so fürchtet Minogue, sich die Fans täuschen
       lassen: Eigentlich wollen sie Kylie Minogue sein, aber der BH lässt sie
       aussehen wie Kylie Jenner! Bei der ich erst mal nachgucken musste, wer das
       ist – eine 18-jährige Reality-TV-Schönheit, der Kylies BHs eh nicht passen.
       
       Markenrechte für die Kylieose-Anti-Pilzinfektions-Creme, das
       Kylie-Myrus-Doppelgänger-Portal und den niemals reißenden Kylie-Riemen für
       alle BMW- und Opelmodelle zwischen Profil 5 und 17 hat bislang noch niemand
       beantragt – da komme ich ins Spiel. Und freue mich schon auf nach „Kylie
       Sweet Darling“ duftende Post von Australiens Profianwälten.
       
       Markenrechte sind eben kein Zuckerschlecken. Ganz besonders, wenn es um
       Puffbrause geht. Im Schweizer Kanton Waadt gibt es ein kleines Dorf mit
       rund 1.000 Einwohnern, einer obligatorischen Uhrenfabrik, einem Bäcker,
       drei gelben Pilzen im blauen Wappen und diversen Weinbergen. Das Dörfchen
       heißt seit 885 u. Z. Champagne. Aber wie darf wohl der Wein nicht heißen,
       der mithilfe sämtlicher Dorffüße aus den wenigen lokalen Trauben gepresst
       wird? Egal ob mit Flaschengärung oder ohne? Richtig. Für die Bewohner gilt
       dieses Verbot nicht: Das sind „Champagner“. Chapeau!
       
       Einen kleinen Sieg gab es vor einer Weile allerdings für den lokalen Bäcker
       zu verzeichnen, der immerhin 330 Mitarbeiter beschäftigt, von denen
       wahrscheinlich nicht alle im Dorf wohnen: Seine „Flutes de Champagne“ –
       gedrehte knusprige Blätterteigflöten, die man hier als „Hefegebäckstangen“
       kennt, dürfen auch so genannt werden. Kein Mensch kauft in der Schweiz eine
       Packung „Champagnerflöten“ und wundert sich dann, wieso sie das Getränk so
       schlecht halten und beim Anstoßen so dürftig klingen.
       
       Die Konsumenten sind eben nicht mohndoof. Bei jenen viereckigen,
       schokoladigen Puffreis-Häppchen, die man Kindern einst in die Patschhände
       drückte, lange bevor es die salz-, gluten- und spaßfreien runden
       Reiswaffeln gab, hat schließlich auch nie jemand geglaubt, er äße ein Stück
       Japan. Obwohl sie – vermutlich wegen der Zutat Reis – „Nippon“ heißen. Ich
       habe neulich ein paar „Nippon“ gekauft, als Nachtisch für einen
       Sushi-Abend. Den Witz hat mal wieder keiner verstanden. Aber immerhin
       ließen sich die Schokotafeln einigermaßen elegant mit Stäbchen greifen.
       
       4 Mar 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jenni Zylka
       
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