# taz.de -- Von Storch veröffentlicht Aktivistenfoto: Morddrohungen wegen Tortenwurf
       
       > Ein Clown düpierte die AfD. Nachdem Beatrix von Storch seine Daten auf
       > Facebook veröffentlicht, steht er am Pranger, Neonazis stellen ihm nach.
       
 (IMG) Bild: Findet nicht jeder lustig: Clown
       
       BERLIN taz | Er ging mit einer Torte zur AfD, jetzt bekommt er
       Morddrohungen. Nach dem Kuchenwurf auf die AfD-Politikerin Beatrix von
       Storch sind Aktivisten des Berliner Peng-Kollektivs ins Visier der rechten
       Szene geraten – mit allem, was dazugehört.
       
       Am Sonntag hatten Mitglieder der Aktivistengruppe das Treffen der
       AfD-Programmkommission in Kassel gestürmt. Einer von ihnen, der Gründer des
       Peng-Kollektivs, Jean Peters, kam als Clown verkleidet – und warf der
       Europaparlamentarierin Beatrix von Storch eine Sahnetorte ins Gesicht. Die
       Ansage, ganz im Stile der AfD-Rhetorik: „Wer den moralischen Grenzübertritt
       verhindern will, muss notfalls auch von der Sahnetorte Gebrauch machen.“
       Damit hätte die Geschichte enden können.
       
       Doch die AfD belässt es nicht dabei. Von Storch veröffentlicht auf ihrer
       Facebook-Seite ein Foto des Aktivisten und seinen vollen Namen. Wenige
       Stunden später gehen bei ihm erste Morddrohungen ein. Peters bekommt nun
       Anrufe und Faxe von Fremden. „Ich und meine Kameraden“, soll ihm einer am
       Telefon gesagt haben, „werden euch hinrichten. Heil Hitler.“ So berichtet
       es Peters.
       
       Innerhalb von Stunden steht der Tortenclown am digitalen Pranger: Mit der
       AfD sympathisierende Nutzer posten seine persönlichen Daten im Netz.
       Darunter seinen Geburtstag, seine Handynummer, seine Adresse. Recht so?
       
       Fast 7.000 Kommentare gibt es inzwischen unter seinem Foto auf der
       Facebook-Seite von Beatrix von Storch. Viele sind durchaus explizit: „Linke
       ins Gas“, schreibt einer. „Was jetzt weiß ist in seiner dummen Fresse, muss
       ganz schnell blau und grün aussehen“ ein anderer. „Bild von dem lustigen
       Clown vervielfältigen! Man sieht sich bestimmt wieder …„, schreibt ein
       dritter. Das Team der Europapolitikerin löscht die entsprechenden Einträge
       auf Facebook nicht. Es seien zu viele Kommentare, sagt von Storch.
       
       Sie wirft Peters vor, die Sprache der Nationalsozialisten zu verwenden. Das
       Peng-Kollektiv hatte im Netz den Hashtag [1][#tortalerkrieg] verwendet. Die
       Morddrohungen gegen Peters verurteile sie, sagt von Storch nun. „Ich weiss,
       wie sich derartiges anfühlt: ich bekomme diese laufend.“
       
       Ganz so unbeteiligt tun allerdings nicht alle in der AfD. Parteisprecher
       Ronald Gläser wunderte sich offenbar nicht über die Urheber der
       Morddrohungen aus seinem Lager. Er sagte der taz: „Wer mit dem tortalen
       Krieg droht, darf sich nicht wundern, wenn auch unsere Leute mit
       übertriebenen Emotionen reagieren.“
       
       1 Mar 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://twitter.com/search?q=%23tortalerkrieg&src=tyah
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hannah Weiner
       
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