# taz.de -- Razzia gegen linkes Projekt in Hannover: Wieder der olle „Terror“ Vorwurf
       
       > Am Donnerstag schlug die Polizei in Hannover im Unabhängigen
       > Jugendzentrum Korn zu. „Beweismittel“ wurden beschlagnahmt.
       
 (IMG) Bild: Derzeit viel unterwegs, die Polizei in Hannover: hier bei einem anderen Einsatz.
       
       Berlin taz | Es war die erste Hausdurchsuchung seit 20 Jahren. Am
       Donnerstag Vormittag hat die Polizei in Hannover das Unabhängige
       Jugendzentrum (UJZ) Korn mit einem Großaufgebot durchsucht. Laut
       Oberstaatsanwältin Angelika Klee werden dem UJZ Kornstraße e.V. Verstöße
       gegen das Vereinsgesetz vorgeworfen. Dafür rückte sogar das SEK an.
       
       Genauer sind mit den Vorwürfen „verbotene Unterstützungshandlungen der PKK“
       gemeint. Der Verein soll der in Deutschland verbotenen kurdischen
       Arbeiterpartei PKK ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben, so der
       Vorwurf. Bei der Suche nach Beweismitteln wurden 41 Plakate, 82 Flyer und
       vier Computer beschlagnahmt.
       
       Der Korn e.V. wehrt sich unterdessen [1][mit einer Pressemitteilung] gegen
       die Vorwürfe, man habe „gerne und niemals heimlich der kurdischen Jugend,
       dem Verband kurdischer Studierender und dem kurdischen Volkshaus Raum zum
       Treffen gegeben.“ Die aus den 90er Jahren bekannte Gleichung
       „Kurde=PKK=Terrorist“ sei wohl wieder salonfähig, schreiben die Betreiber.
       
       Bereits im letzten Jahr habe man versucht, das autonome Zentrum zu
       kriminalisieren, berichtet eine Vertreterin des kontinuierlich
       stattfindenden Korn-Plenums der taz. Hintergrund der Auseinandersetzung war
       ein im Innenhof gemaltes Wandbild, welches den 1994 in Hannover von
       Polizisten ums Leben gebrachten Kurden Halim Dener zeigt. Der Prozess wurde
       eingestellt.
       
       Die Aktion vom Donnerstag könnte dafür ein „schlechter Racheakt“ sein,
       vermuten die Betreiber der Korn. Vor Ort könne man sich allerdings auch
       noch andere Motive vorstellen, so wird mit dem Einsatz der Polizei das Bild
       eines „Terrorladens“ gezeichnet, befürchten sie. Für Freitagabend ruft ein
       Bündnis linker Gruppen darum zu einer Demonstration „Gegen die
       Kriminalisierung des UJZ Kornstraße, gegen das Verbot der PKK“ auf.
       
       In den letzten Wochen sorgten bereits mehrere Maßnahmen gegen linke Wohn-
       und Kulturprojekte für Aufregung. Zum Beispiel in der Rigaer Straße in
       Berlin oder die Räumung des Flensburger Kulturprojekts Luftschlossfabrik
       (LSF). Auch in diesen Fällen wurde die Verhältnissmäßigkeit der Einsätze in
       Frage gestellt.
       
       12 Feb 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.ujz-korn.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katrin Katjuscha
       
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