# taz.de -- Fall Julian Assange: Wikileaks-Gründer könnte sich stellen
       
       > Seit über 1.000 Tagen lebt Julian Assange in der ecuadorianischen
       > Botschaft in London. Vom Urteil einer UN-Expertengruppe macht er
       > abhängig, ob das so bleibt.
       
 (IMG) Bild: Die Polizei wartet schon auf ihn: Julian Assange in der Botschaft von Ecuador, hier auf einem Foto von 2012.
       
       London dpa | Mehr als drei Jahre nach seinem Rückzug in die ecuadorianische
       Botschaft in London kommt wieder Bewegung in den Fall des
       Wikileaks-Gründers Julian Assange. Der 44-jährige Australier erklärte am
       Donnerstag über seine Enthüllungsplattform, er könnte sich am Freitag der
       Polizei stellen, sollte sich ein UN-Gremium gegen seine Auslegung des Falls
       aussprechen. Assange lebt seit Juni 2012 in der Botschaft Ecuadors in
       London, um einer Festnahme durch Schweden und einer möglichen Auslieferung
       an die USA zu entgehen.
       
       Wegen der Wikileaks-Enthüllungen befürchtet Assange in den USA eine
       lebenslange Haft. Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte mehrere Vorwürfe
       der sexuellen Belästigung und Nötigung gegen Assange erhoben. Abgesehen von
       dem Vergewaltigungsvorwurf sind die Fälle aber [1][inzwischen verjährt].
       Assange hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.
       
       Eine [2][UN-Expertengruppe zum Thema willkürliche Inhaftierung] will am
       Freitag in Genf ihre Meinung zum Fall Assange öffentlich bekanntgeben.
       Diese ist allerdings rechtlich nicht bindend. Assange hatte das Gremium
       selbst angerufen. Seine Unterstützer sprechen von „Hausarrest“.
       
       „Sollten die Vereinten Nationen bekanntgeben, dass ich meinen Fall gegen
       das Vereinigte Königreich und Schweden verloren habe, werde ich die
       Botschaft Freitagmittag verlassen, und werde mich festnehmen lassen, da es
       keine realistische Möglichkeit der Berufung gibt“, schrieb Assange. Sollte
       die Gruppe jedoch seine Sicht der Lage teilen, erwarte er sofort seinen
       Reisepass zurück. Zudem sollten alle Versuche, ihn festzunehmen,
       eingestellt werden.
       
       Die Londoner Polizei, die die Botschaft bis Oktober 2015 rund um die Uhr
       bewacht hatte, betonte, dass sie das Gebäude weiterhin im Visier habe. Der
       Einsatz mit dem Ziel einer Festnahme Assanges gehe weiter, sagte ein
       Polizeisprecher am Donnerstag. „Sollte er die Botschaft verlassen, würden
       Polizisten alles tun, um ihn festzunehmen“.
       
       Assanges Enthüllungsplattform kämpft mit der Veröffentlichung geheimer
       Unterlagen für Transparenz. Tausende Botschaftsdepeschen und Berichte der
       USA aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan landeten 2010 auf Wikileaks.
       Die US-Soldatin Chelsea Manning musste dafür ins Gefängnis, sie gilt als
       Quelle der Dokumente. Die USA ermitteln auch gegen weitere
       Wikileaks-Unterstützer.
       
       Zuletzt hatte Ecuadors Präsident Rafael Correa im Januar bekanntgegeben,
       dass Assange bald in der Botschaft befragt werden solle. Im Dezember hatte
       Schweden ein Abkommen geschlossen, das den Weg für eine Befragung Assanges
       frei macht.
       
       4 Feb 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kommentar-Julian-Assange/!5223251/
 (DIR) [2] http://www.ohchr.org/EN/Issues/Detention/Pages/WGADIndex.aspx
       
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