# taz.de -- Kindertagesstätte in Niedersachsen: Besorgte Eltern gegen Flüchtling
       
       > Eine evangelische Kita in Bleckede stellt einen Syrer nicht ein und
       > begründet das mit den Sorgen der Eltern. Die Diakonie und der
       > Kirchenkreis distanzieren sich.
       
 (IMG) Bild: Geschlossene Gesellschaft? Jacken in einem deutschen Kindergarten
       
       Bleckede/Hannover epd | Der Umgang einer evangelischen Kindertagesstätte in
       Bleckede (Niedersachsen) mit einem syrischen Flüchtling sorgt für
       Kopfschütteln und Empörung. Die Kita-Leiterin hatte in einem Aushang
       mitgeteilt, dass es „aufgrund der nachvollziehbaren Sorge einiger Eltern,
       einen männlichen Syrer bei uns zu beschäftigen“, nun doch keine Anstellung
       des Mannes geben werde. Die hannoversche Landeskirche, die Diakonie in
       Niedersachsen und der Kirchenkreis Bleckede distanzierten sich am Freitag
       deutlich von dem Schreiben.
       
       „Die sehr unglückliche Formulierung könnte unterstellen, es bestehe bei
       männlichen Zufluchtsuchenden generell Anlass zu Sorge vor
       Übergriffigkeiten“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Dies sei
       nicht die Haltung der Kirche. „Die Kita-Leitung hat mit dem Aushang
       eigenmächtig, unüberlegt und ohne Absprache gehandelt. Sie hat die Folgen
       ihres Handelns nicht überblickt.“
       
       Die Kindertagesstätte hatte den Angaben zufolge überlegt, den Flüchtling
       aus Syrien befristet als Hilfskraft anzustellen. Dabei hätte die Betreuung
       der Kinder in den Gruppen nicht zu seinen Aufgaben gehört. Die Anstellung
       sei allerdings allein daran gescheitert, dass der Mann ein polizeiliches
       Führungszeugnis gebraucht hätte. Dieses könne er aber wegen seines
       Flüchtlingsstatus nicht bekommen.
       
       Die Initiative dazu, den jungen Mann als Ein-Euro-Hilfskraft anzustellen,
       sei ursprünglich von der Kita-Leiterin selbst ausgegangen, sagte Bleckedes
       Superintendent Christian Cordes. Nach den Angaben von Kirche und Diakonie
       reagierte sie dann jedoch auf zum Teil heftige Vorbehalte von Eltern.
       „Offensichtlich hatte die Kita-Leitung das Gefühl, auf eine aufkommende
       Stimmung der Eltern entschärfend reagieren zu müssen.“
       
       [1][Ein Foto] des auf den 26. Januar datierten Aushanges sorgte in den
       sozialen Netzwerken für empörte Kommentare und zog schnell Kreise. „Es gibt
       eine Reihe von Nachfragen aufgrund der Veröffentlichung“, sagte der
       Sprecher der hannoverschen Landeskirche, Benjamin Simon-Hinkelmann, dem
       epd.
       
       29 Jan 2016
       
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