# taz.de -- Kita-Gebühren in Bremen: Warten auf das Kita-Geld
       
       > Bis Ende Dezember sollen 80 Prozent aller Eltern zu viel gezahlte
       > Kita-Beiträge zurückbekommen. Unklar ist, wie viel sie in Bremen ab 2016
       > zahlen müssen.
       
 (IMG) Bild: Wenn der Staat Eltern nichts zurückzahlt, bleibt das an den Kindern hängen
       
       BREMEN taz | Im Januar beginnt die Anmeldephase für das nächste
       Kindergartenjahr. Doch wie viel Geld Bremer Eltern für die Betreuung ihrer
       Kinder ab August 2016 zahlen müssen – das ist noch nicht klar.
       
       Zuletzt hatte Bremen damit Ärger: Die Stadt hatte die Beiträge zum
       Jahresbeginn 2013 angehoben – und das Oberverwaltungsgericht Bremen dies im
       Oktober 2014 für unwirksam erklärt, weil die Beitragsstufen nach Auffassung
       des Gerichts willkürlich gewählt worden seien. So sollten Familien, die
       unterschiedlich viel Geld hatten, das gleiche bezahlen – was laut
       Gerichtsentscheidung den Gleichheitsgrundsatz verletzt.
       
       Zudem bemängelte das Gericht, dass Familien mit einem sehr niedrigen
       Einkommen die Kosten vorstrecken mussten. Vor einem Jahr teilte der Senat
       mit, allen Eltern die Beiträge zurück zu zahlen, die über die zuvor
       geltende Beitragstabelle hinaus gingen.
       
       ## Erstattung war für August geplant
       
       Die neue Beitragsordnung für Kindertagesstätten befinde sich nun „noch in
       der Abstimmung“, sagte am Donnerstag Annette Kemp, Sprecherin der Kinder-
       und Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Weder sei klar, wie hoch die
       Beiträge steigen werden, noch, ob die Erhöhung über alle Einkommensgruppen
       gleich verteilt sein wird. Im Gespräch waren schon einmal zehn Prozent. Zu
       wenig, um die Löcher im Haushalt zu stopfen.
       
       Aber wahrscheinlich sei das der beste Weg, um schnell zu einer Entscheidung
       zu kommen, findet der kinderpolitische Sprecher der Grünen, Matthias
       Güldner: „Eltern müssen wissen, woran sie sind, wenn sie sich jetzt
       anmelden.“ Zu einem späteren Zeitpunkt könnte man dann die Beitragstabelle
       von Grund auf neu strukturieren – und etwa Familien mit einem besonders
       hohen Einkommen anteilig stärker belasten als bisher.
       
       Die Erstattung und Neuberechnung der Beiträge aufgrund der Fehler von 2013
       zumindest sollte laut Senat 12,9 Millionen Euro kosten. Und: Spätestens zum
       Ende des Kindergartenjahres – das war im August – sollten alle Eltern ihr
       Geld erhalten haben. Für manche Familien geht es um mehrere hundert Euro.
       
       ## 4.000 Fälle in Bearbeitung
       
       Doch viele Eltern müssen sich noch gedulden. Dabei sollen 79 Prozent von
       27.844 Fällen schon einen Scheck bekommen haben – jedenfalls bis zum 31.
       Dezember dieses Jahres. So heißt es in einem Schreiben, das am Donnerstag
       dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt wurde. Andreas Seele von der Zentral
       Eltern Vertretung der Kindertagesstätten in Bremen wundert sich über diese
       Zahl.
       
       „Ich kenne einfach zu viele, die noch nichts bekommen haben“, sagt er. So
       hat etwa der größte freie Träger, der Landesverband evangelischer
       Kindertagesstätten, Anfang Dezember angekündigt, erst 4.500 Fälle
       abgeschlossen zu haben – weitere 4.000 seien in Bearbeitung.
       
       „Wir haben jeden Tag ungefähr 30 Anrufe wegen der Rückzahlungen“, sagt der
       Leiter des Verbands, Carsten Schlepper. „Manche wollen wissen, wo das Geld
       bleibt und ärgern sich, dass andere schon etwas bekommen haben, anderen
       erklären wir, was sie mit dem Scheck machen müssen, das kennen viele nicht
       mehr.“ Drei Vollzeitbeschäftigte finanziert die Stadt seinem Verband, die
       sich ausschließlich um die Abwicklung kümmern.
       
       ## Honorarkosten für Elternvereine
       
       Besonders unangenehm ist das Prozedere auch für die selbst organisierten
       Elternvereine, bei denen Eltern diese Arbeiten ehrenamtlich erledigen.
       Immerhin ist es möglich, bei der Behörde einen Antrag auf Honorarkosten zu
       stellen. Doch in vielen Elternvereinen ist offenbar noch nicht angekommen,
       dass sie sich mit dem Thema beschäftigen müssen. 2.391 Anträge auf
       Rückerstattung seien aus den Elternvereinen gestellt worden, heißt es in
       dem Schreiben für den Jugendhilfeausschuss. Weitere 2.666 seien möglich.
       
       Offen ist derzeit auch noch, wann Eltern, die ihre Kinder während des
       Kita-Streiks im Mai selbst betreuen mussten, ihre gezahlten Beiträge
       erstattet bekommen.
       
       17 Dec 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Eiken Bruhn
       
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