# taz.de -- Freitagsspiel Bundesliga: FC Schalke wieder auf Europa-Kurs
       
       > Es war ein Arbeitssieg für die Königsblauen – aber drei Punkte sind drei
       > Punkte. Das 3:1 gegen biedere Hannoveraner ist aber kein Maßstab für die
       > Zukunft.
       
 (IMG) Bild: Endlich wieder Grund zu feiern auf Schalke!
       
       Gelsenkirchen dpa | Die Trendwende geschafft, die Fans versöhnt – beim FC
       Schalke hat das lange Warten auf einen Sieg endlich ein Ende. Ausgerechnet
       „Rückkehrer“ Johannes Geis brachte Königsblau beim hochverdienten 3:1 (0:0)
       gegen Hannover 96 mit einem Foulstrafstoß in Führung (51. Minute).
       Klaas-Jan Huntelaar (73.) und Franco di Santo (82.) machten den ersten
       Dreier in der Fußball-Bundesliga seit knapp sieben Wochen perfekt. Für die
       Niedersachsen traf der Franzose Allan Saint-Maximin am Freitagabend zum
       zwischenzeitlichen 1:2 (81.).
       
       Die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter nimmt damit wieder Kurs auf
       Europa und rückte zumindest für 24 Stunden auf Rang vier vor. Hannover
       dümpelt dagegen im unteren Tabellendrittel. Der nach seinem brutalen Foul
       am Gladbacher André Hahn für fünf Partien gesperrte Geis brachte den
       Revierclub mit seinem eiskalt verwandelten Foulelfmeter verdient auf die
       Siegerstraße. Zuvor hatte Marcelo Schalkes Torjäger Huntelaar im 16er zu
       Boden gerissen. Beim 2:0 bejubelte der „Hunter“ seinen fünften
       Saisontreffer. „Wenn man das Glück nicht sucht, dann bekommt man es auch
       nicht“, sagte Huntelaar.
       
       Die Schalke-Profis bedankten sich spontan in der Fan-Kurve bei ihren
       glücklichen Anhängern. „Die Fans haben heute eine überragende Choreo
       geleistet – und wir wollten ihnen etwas zurückgeben“, sagte Breitenreiter.
       „Wir wollten heute mit aller Macht das Spiel gewinnen – das hat man
       gesehen.“ Nach der Pause habe sich die Mannschaft „mit dem 1:0 belohnt. Und
       der ‚Hunter‘ war dann eiskalt vor dem Tor.“ 96-Kapitän Christian Schulz war
       die Enttäuschung anzusehen: „Nach guten ersten zehn Minuten haben wir uns
       hinten zu sehr reindrängen lassen und haben dann später gar nicht mehr
       stattgefunden.“
       
       Neun Punkte wollte Schalke aus den restlichen drei Hinrunden-Partien holen
       – dieser Plan könnte nun tatsächlich aufgehen. Anders als erwartet,
       übernahmen vor 61 229 Zuschauern aber zunächst nicht die Schalker, sondern
       die Gäste die Regie. Zumindest die Defensive verrichtete zuverlässige
       Arbeit, so dass auch Hannover trotz leichter Überlegenheit in den ersten 15
       Minuten zu keiner Torchance kam.
       
       ## Sané, Goretzka, Meyer treiben an
       
       Doch so langsam kamen die Köngsblauen dann in Schwung – angetrieben von den
       offensivstarken U21-Nationalspielern Leroy Sané, Leon Goretzka und Max
       Meyer. Sané dribbelte auf der rechten Seite gleich an mehreren
       Gegenspielern leichtfüßig vorbei, drang in den Strafraum ein und passte
       quer zu Huntelaar. Der Niederländer konnte die Vorlage aber nicht verwerten
       (10.).
       
       Bei der nächsten Aktion landete Sanés wuchtiger Kopfball in den Armen von
       96-Keeper Ron-Robert Zieler, der nach überstandener Magen-Darm-Erkrankung
       doch zwischen den Pfosten stand (23.). Dann blieb der 19 Jahre alte
       Schalker beim Weg Richtung Tor in bester Position zwischen zwei
       Abwehrspieler hängen.
       
       Schalke hatte immer mehr Spielanteile, Aufwand und Ergebnis standen vor der
       Pause aber in keinem guten Verhältnis. Nach Sané verpasst auch Meyer (27.)
       das mögliche 1:0. Huntelaar versprang der Ball beim Sololauf aufs
       Zieler-Tor (38.), Huntelaar hämmerte den Ball aus 15 Metern drüber. Bei der
       besten Chance vor der Pause rettete Zieler mit einer Glanzparade gegen den
       stark aufspielenden Sané (45.).
       
       Hannover – nach dem 4:0 gegen Aufsteiger Ingolstadt mit viel
       Selbstvertrauen angereist – war fast nur auf Torsicherung bedacht. Nach dem
       frühen verletzungsbedingten Ausfall von Torjäger Artur Sobiech (16.)
       mangelt es dem Offensivspiel der Niedersachsen bis auf wenige Ausnahmen an
       Durchschlagskraft.
       
       5 Dec 2015
       
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