# taz.de -- Kommentar AfD-Parteitag: Alles nach Plan
       
       > Der Bundesparteitag lief für die rechtspopulistische AfD wie am
       > Schnürchen: Der weitere Rechtsruck der Partei ging ohne Getöse
       > vonstatten.
       
 (IMG) Bild: Mehr Bunt gibt es bei der AfD nicht
       
       Die rechtspopulistische AfD wollte von ihrem Bundesparteitag in Hannover
       vor allem ein Signal senden: das der Geschlossenheit. Sie wollte zeigen,
       dass die Zeit des Streits und der Zerrissenheit hinter ihr liegt – und
       damit all die Wut und den Hass vergessen machen, die sich auf dem
       Spaltungsparteitag in Essen im Sommer Bahn gebrochen hatten: die Wut auf
       den ehemaligen Vorsitzenden Bernd Lucke und seine Unterstützer, den Hass
       auf Flüchtlinge und Muslime, die Medien, die etablierte Politik.
       
       Damals war der Mob hervorgeblitzt, der in dieser Partei steckt, die so gern
       bürgerlich daherkommen möchte. [1][Fürs Erste hat das geklappt.] Offene
       Angriffe auf die Bundesvorsitzende Petry gab es nicht, die Debatte wurde
       weitgehend ohne Schaum vor dem Mund geführt. Selbst der Partei-Landeschef
       von Sachsen-Anhalt Poggenburg, der gemeinsam mit Höcke aus Thüringen an
       einem weiteren Rechtsruck der Partei arbeitet, warnte vor dem „Bild inneren
       Zerrissenheit“ und applaudierte brav nach Petrys Rede.
       
       Poggenburg will derzeit vor allem eins: bei den Wahlen im März in den
       Magdeburger Landtag einziehen. Inhaltlich dürften Höcke, Poggenburg und Co.
       zufrieden sein. Das Papier der Bundesspitze zum Asyl fiel durch, die
       Delegierten beschlossen ein noch schärferes: Flüchtlinge raus, so lässt es
       sich in seiner Konsequenz knapp zusammenfassen.
       
       Zudem ist die „Junge Alternative“, die rechts von der AfD steht, jetzt
       offizielle Jugendorganisation der Partei. Auch so lässt sich die
       Ausrichtung einer Partei beeinflussen. Der Kampf darum wird weiter gehen.
       Ob er auch zum Machtkampf um die Führung wird, hängt davon ab, wie weit
       Höcke, der Frontmann der AfD-Rechtsaußen, gehen wird: Ob er mit dem
       zunehmenden Einfluss auf Bundesebene zufrieden ist – oder selbst an die
       Spitze der Partei will.
       
       Petry jedenfalls wird er keine Ruhe lassen. Sie kann immerhin für sich
       verbuchen: Ihre Parteitagsregie hat funktioniert. So gut, wie man es sonst
       nur von den von der AfD abschätzig Alt- und Konsensparteien genannten
       Parteien kennt.
       
       29 Nov 2015
       
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