# taz.de -- Forderung vor Klimakonferenz in Paris: „Allianz der Willigen“ für Klimaschutz
       
       > Beim Kampf gegen die Erderwärmung könnten einige Staaten vorangehen.
       > Heute zögerliche Länder könnten dann später mitziehen, schlagen Experten
       > vor.
       
 (IMG) Bild: Naturwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker will einen schnelleren Klimaschutz
       
       Berlin dpa | Beim zähen Ringen um einen wirksameren Klimaschutz plädiert
       der Naturwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker für ein Vorgehen der
       Staatengemeinschaft in zwei Geschwindigkeiten. „Es braucht eine Allianz der
       Willigen, die schon mal loslegt und nicht immer auf das langsamste Schiff
       wartet“, sagte er dem Badischen Tagblatt (Dienstag). Es sei eine Krankheit
       der Vereinten Nationen, dass vieles nur einstimmig beschlossen werden
       könne. Dadurch hätten die „Langsamfahrer“ ein Blockaderecht.
       
       „Es ist gut, wenn Länder, die sich einen vernünftigen Klimaschutz leisten
       können, vorangehen“, sagte von Weizsäcker. Dazu gehörten fast alle Länder
       der EU. „Und diese können sich dann Allianzen suchen mit China, Südkorea,
       Japan, mit Ländern also, die auch das Gefühl haben, ihre eigene
       Wirtschaftskraft wird durch Klimaschutz nicht geschwächt, sondern gestärkt.
       Und wenn dann die ganze Welt merkt, Klimaschutz ist ein Gewinnspiel, dann
       kommen die Langsamsten mit ins Boot.“
       
       Mit Blick auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Paris sagte der
       Wissenschaftler, das Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu
       begrenzen, sei noch machbar. „Aber es wird von Jahr zur Jahr schwieriger.“
       Man müsse darauf hinarbeiten, dass die gegenläufigen Trends in möglichst
       vielen Ländern gestärkt werden. Dazu sollte man auch staatliche Maßnahmen
       ergreifen, zum Beispiel die CO2-Emissionen verteuern. „Das mit Abstand
       wirksamste Mittel wäre eine CO2-Steuer.“
       
       Auch der Klima-Ökonom Ottmar Edenhofer forderte eine Kohlendioxid-Steuer in
       Deutschland. Damit sollten die Ausgaben aus der Flüchtlingskrise gedeckt
       werden, schlug er in der Neuen Osnabrücker Zeitung (Dienstag) vor.
       „Zugleich könnte man ein Signal für den Umbau der Wirtschaft zugunsten
       CO2-freier Technologien senden.“
       
       Edenhofer erwartet von der Weltklimakonferenz in Paris, dass in einem
       Vertrag festgeschrieben wird, den Anstieg der globalen Mitteltemperatur auf
       zwei Grad zu begrenzen. Mit freiwilligen und lediglich angekündigten
       Selbstverpflichtungen der Staaten lasse sich dieses Ziel nicht erreichen.
       
       24 Nov 2015
       
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