# taz.de -- Baustelle Museum: Skulpturen hinter Rüstungen
       
       > Das Georg-Kolbe-Museum wird für 1,2 Millionen Euro saniert. Bis Mai 2016
       > ist das ehemalige Atelier des Bildhauers der klassischen Moderne
       > geschlossen.
       
 (IMG) Bild: Herabschreitender (1940), Kolbes Skulptur schreitet derzeit im Hamburger Bahnhof
       
       Ein Besuch des Georg-Kolbe-Museums in der Sensburger Allee gleicht so gar
       nicht den Trips zu den Ausstellungshotspots auf der Museumsinsel oder am
       Kulturforum. Das frühere Atelier Kolbes (1877 bis 1947) liegt unweit des
       Olympiastadions zwischen Kiefern versteckt. Das kleine Museumsensemble mit
       drei Gebäuden samt Skulpturengarten erinnert an eine abgeschiedene Idylle,
       in der sich die Ausstellungen – wie zuletzt die Schau zu Hans Arp – ruhig
       genießen lassen.
       
       Jetzt ist das Kolbe-Museum hinter einem Baugerüst versteckt, es wird
       saniert und ist bis Mai 2016 geschlossen. Weil große Teile der beiden
       kubischen Backsteinblöcke von 1929 – das ehemalige Atelier des Bildhauers
       und heutige Museum sowie daneben das frühere Wohnhaus Kolbes und jetzige
       Servicegebäude – marode sind, wird in einem ersten Bauabschnitt der
       Museumsbau denkmalgerecht instand gesetzt und erneuert. Ein kleinerer Anbau
       für Ausstellungen aus den 1990er Jahren muss nicht renoviert werden.
       
       Die Sanierung des Hauses mit rund 200 Kolbe-Skulpturen und Sammlungen
       anderer Bildhauer der klassischen Moderne war längst überfällig. Die Mauern
       zeigen Risse, das Freilichtatelier auf dem Dach bröckelt. Manche Decken und
       Wände sind durch eindringendes Regenwasser beschädigt. Nach Auskunft von
       Julia Wallner, Direktorin des Hauses, hätte ein Aufschub die Zukunft des
       Museums gefährdet. „Der fortgeschrittene Verfall und die vielerorts
       problematischen Schäden mussten dringend in Angriff genommen werden. Die
       Zuwendungen ermöglichen, das Museum in seiner heutigen Form zu erhalten und
       für die Zukunft auszurichten.“
       
       ## Lotto-Stiftung hilft
       
       Für die Sanierung erhält das Museum 1,2 Millionen Euro. Die Mittel stammen
       aus dem Topf der Lotto-Stiftung des Landes Berlin. Mit der Renovierung
       wurde der Architekt Winfried Brenne beauftragt. Neben der originalen
       Restaurierung und Schaffung größerer Ausstellungsflächen soll das Haus
       künftig auch energetisch modern, etwa durch Fußbodenheizung, ausgestattet
       werden.
       
       Für André Schmitz, früherer Kulturstaatssekretär und heute Vorsitzender der
       Kolbe-Stiftung, ist die Sanierung des Museums nur ein Anfang: „Die
       Instandsetzung des Ateliergebäudes ist ein notwendiger erster Schritt. Das
       Wohngebäude, welches in einem ähnlich prekären Zustand ist, muss
       perspektivisch ebenfalls umfassend saniert werden.“
       
       23 Nov 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rolf Lautenschläger
       
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