# taz.de -- Flüchtlinge in Calais: Zusammenstöße mit der Polizei
       
       > Migranten blockierten eine Fahrbahn und wollten sich in Lastwagen
       > verstecken. Eingreifende Polizisten wurden mit Steinen angegriffen.
       
 (IMG) Bild: Tausende von Migranten sitzen in Calais fest.
       
       Lille afp | In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais sind bei
       Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und Polizisten erneut elf Beamte
       verletzt worden. Rund 250 Migranten hätten in der Nacht zum Dienstag auf
       einer Zugangsstraße zum Hafen versucht, sich in Lastwagen zu verstecken,
       erklärte die örtliche Präfektur. Die Flüchtlinge hätten Gegenstände auf die
       Fahrbahn gelegt, um den Verkehr zum Verlangsamen zu zwingen. Als die
       Polizei eingriff, sei sie mit Steinen beworfen worden, woraufhin sie
       Tränengas gegen die Flüchtlinge eingesetzt habe.
       
       Bereits in der Nacht zu Montag waren in Calais 16 Polizisten und ein
       Flüchtling bei ähnlichen Zusammenstößen verletzt worden. Laut
       Polizeikreisen wurden die Flüchtlinge von linksradikalen Aktivisten des
       Schwarzen Blocks und der Gruppe No Border unterstützt.
       
       Ein Polizist beklagte, bisher hätten sich die Flüchtlinge vor der Polizei
       zurückgezogen, nun würden sie die Beamten mit Steinen angreifen. In Calais
       leben laut den jüngsten Zahlen des Innenministeriums 4.500 Flüchtlinge in
       einem improvisierten Lager am Rande der Stadt.
       
       Die Flüchtlinge hoffen, durch den Eurotunnel oder auf Fähren über den
       Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen, wo sie sich bessere
       Lebensbedingungen ausrechnen. Seit der Verstärkung der
       Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gelände des Eurotunnels und den
       Fährhafen ist es aber sehr schwierig geworden, tatsächlich nach
       Großbritannien zu gelangen.
       
       Die französischen Behörden versuchen derzeit, die Bewohner des Lagers zu
       überreden, einer Unterbringung in Aufnahmelagern in anderen Landesteilen
       zuzustimmen.
       
       10 Nov 2015
       
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