# taz.de -- Kolumbianische Neonazis verprügelt: Zu schön, um wahr zu sein
       
       > Eine Nachricht über Neonazis aus Kolumbien, die mit Dresdner Rechten
       > mitlaufen, schwirrt durchs Netz. Nur wahr ist sie nicht.
       
 (IMG) Bild: False Flag.
       
       BERLIN taz | Eine Nachricht, die so absurd klingt, dass sie es auch nur
       sein kann: Einem Bericht zufolge haben sich kolumbianische Neonazis Rechten
       in Dresden angeschlossen, um mit ihnen gemeinsam gegen „den syrischen
       Exodus“ zu protestieren. Und dann noch das: Auf der Demo, so heißt es in
       der Nachricht, seien sie auch noch von ihren Glaubensgenossen verprügelt
       worden, da sie fälschlicherweise mit syrischen Flüchtlingen verwechselt
       wurden. Außerdem müssten sie sich nun einem Gerichtsprozess stellen, da sie
       verfassungsfeindliche Symbole getragen hätten. Ein konkretes Datum für das
       Ereignis wird nicht genannt.
       
       Die Nachricht ging im spanischen Sprachraum viral. Komisch nur: größere
       spanischsprachige Medien stiegen nicht drauf ein, sondern nur ein paar
       kleinere, wie [1][Diario Vox] und [2][Diario Nuevo] aus Argentinien, [3][la
       Mula Peru], sowie Kommentatoren in den sozialen Medien, Blogs und Foren.
       
       Andere lachten sich über den Namen der kolumbianischen Nazi-Vereinigung,
       „Tercera Juerza“, schief. „Tercera“, übersetzt „Dritte“ und „Juerza“ als
       Mix aus Fuerza, übersetzt „Kraft“ und Juerga, übersetzt „Sause“. Also so
       viel wie „Dritte Kraftsause“. Ebenso spotteten viele über den Namen Helmuth
       Buriticá, eines angeblich Beteiligten, der interviewt worden sein soll.
       
       Tatsächlich gibt es in Kolumbien Neonazis. Eine Vereinigung heißt „Tercera
       Fuerza“ (“Dritte Kraft“), worauf offenbar die Bezeichnung der Nazis im
       Artikel rekurriert. Aber die Original-Nazis spielen in dieser Nachricht
       keine Rolle, denn sie entspringt lediglich [4][einem Stück der Satire-Site
       Actualidad Panamericana], die den Artikel am 22. September verbreitete. Im
       Impressum von Actualidad Panamericana kann man das Ziel der Publikationen
       nachlesen: Unterhaltung. Also besser mal die Quelle checken. Da sich
       nunmehr auch deutschsprachige Twitterer fragen, ob das nicht zu absurd ist,
       der kurze Hinweis: Die Nachricht hätte auch vom Postillon sein können.
       
       2 Oct 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://diariovox.com.ar/neonazis-colombianos-fueron-golpeados-brutalmente-por-neonazis-alemanes/
 (DIR) [2] http://www.nuevodiarioweb.com.ar/nota/mundo/631772/neonazis-alemanes-golpearon-brutalmente-neonazis-colombianos-confundieron-refugiados.html
 (DIR) [3] https://aa.lamula.pe/2015/09/23/neonazis-colombianos-viajaron-a-apoyar-marcha-y-fueron-golpeados-por-neonazis-alemanes/agencias_alternativas/
 (DIR) [4] http://www.actualidadpanamericana.com/neonazis-colombianos-fueron-golpeados-brutalmente-por-neonazis-alemanes/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Grieben
       
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