# taz.de -- Die Polizei sprüht in Göttingen: Zersprengte Farbflächen
> Eine neuartige Maltechnik beeindruckt die Graffitiszene. Gerüchte
> besagen, es soll sich dabei um Guerillakünstler der Polizei handeln.
(IMG) Bild: Diese nackte Hand ist nur ein Symbolbild. Profis malen selbstverständlich nur in voller Montur.
Ist es noch Streetart oder schon Aquarellmalerei im Freien? Ganz Göttingen
staunt seit Dienstag [1][über diese Mischtechnik]. Zwar geben sich die
KünstlerInnen anonym, das Kunstfachportal [2][linksunten.indymedia.org] hat
jedoch Hinweise darauf, dass es sich bei den Machern um die bundesweit
agierende Künstlergruppe „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten“ (BFE)
der Polizei handelt.
Als Standort des Werks wählte die Gruppe einen durchaus politischen Ort,
eine Außenmauer des Wohnprojekts Rote Straße. Die dort platzierten Plakate
binden die KünstlerInnen in ihr Werk ein und geben so der ursprünglichen
Forderung des Plakats, der Aufhebung des PKK-Verbots, eine völlig neue
Aussage.
Aufgrund des Verbots der PKK ist auch das Verwenden ihrer Kennzeichen
strafbar. Gleiches gilt für das Symbol der Nationalen Befreiungsfront
Kurdistans, einer Tochterorganisation der PKK, welches auf den Plakaten zu
sehen ist. Dies galt den KünstlerInnen wohl als Anreiz.
Für das expressionistische Werk benutzen die Künstler eine ganz spezielle
Maltechnik: Laut Indymedia weichte die Künstlergruppe die Plakate zunächst
gründlich in Wasser ein. Doch statt die Plakate wie sonst üblich danach
einfach abzuziehen, besprühte sie das feuchte Papier mit Farbe. Der Effekt:
ein lasierender Farbauftrag, der dank der Zersprengung den sich darunter
befindenden Farbflächen trotzdem Raum lässt. Das Bild scheint voller
Bewegung.
9 Sep 2015
## LINKS
(DIR) [1] http://linksunten.indymedia.org/de/node/152428
(DIR) [2] http://linksunten.indymedia.org/de/node/152426
## AUTOREN
(DIR) Svenja Bednarczyk
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