# taz.de -- Cannabis-Konsum in Bremen: Kiffen entlastet die Polizei
       
       > Lange hat sich die Bremer SPD gegen die Legalisierung von Cannabis
       > gewehrt. Nun gibt sie dem grünen Koalitionspartner nach.
       
 (IMG) Bild: So wird das demnächst auch in Bremen sein.
       
       BREMEN taz | Es wäre ein bundesweites Novum: Cannabis-Konsum soll in Bremen
       künftig nicht mehr von der Polizei verfolgt und eine legale Abgabe möglich
       werden. Darauf haben sich SPD und Grüne am Freitag bei ihren
       Koalitionsverhandlungen in Bremen geeinigt.
       
       Die Vereinbarung gilt als grüner Punktsieg im Koalitionsgeschachere, da die
       SPD sich lange gegen die Cannabis-Legalisierung gewehrt hatte. „Wir haben
       uns darauf verständigt, dass der Konsum von Cannabis künftig nicht mehr
       strafverfolgt werden soll – soweit es der rechtliche Rahmen in Bremen
       zulässt“, erklärte nun Henrike Müller, Landesvorsitzende der Bremer Grünen.
       Ziel sei eine Entkriminalisierung des Konsums.
       
       Geplant ist, ein Modellprojekt mit legalen Abgabestellen beim Bonner
       Institut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu beantragen. „Wir
       leisten damit einen Beitrag zum Jugendschutz, denn die Abgabe von Cannabis
       erfolgt nur bei Volljährigkeit“, betonte Müller. „Und Konsumenten müssen
       nicht mehr auf dem Schwarzmarkt kaufen.“ Durch die Entkriminalisierung
       solle die Polizei entlastet werden.
       
       Ab wann nicht mehr strafverfolgt werden soll und wo die legale Abgabe von
       Cannabis erfolgen könnte, lassen Müller und SPD-Landeschef Dieter Reinken
       noch offen. Müller könnte sich Apotheken vorstellen: „Es könnte eine
       Abgabestelle in Bremen und eine in Bremerhaven geben.“
       
       ## Coffeeshop beantragt
       
       Für das Modellprojekt will sich die zukünftige Landesregierung auch mit
       Berlin austauschen. Die grüne Bezirksbürgermeisterin von
       Kreuzberg-Friedrichshain, Monika Herrmann, will noch 2015 beim BfArM einen
       Antrag für einen Coffeeshop in der Hauptstadt stellen.
       
       Dass der Bremer wie auch der Berliner Legalisierungsvorstoß dort positiv
       beschieden wird, glaubt der emeritierte Bremer Strafrechtsprofessor Lorenz
       Böllinger nicht. „Das wird noch ein, zwei Legislaturperioden dauern“,
       prophezeit Bölinger, der einer bundesweiten Legalisierungsinitiative
       vorsteht.
       
       Während Bremens Linke und die FDP den rot-grünen Vorstoß begrüßen, bleibt
       die CDU beim klaren „Nein“ zur Drogenfreigabe: Mit „Kiffen statt Sanieren“
       gelinge kein Aufbruch, betont Bremens CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp.
       
       21 Jun 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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