# taz.de -- Kommentar UN-Blauhelmeinsätze: Effektiv werden
       
       > UN-Friedensmissionen versagen immer wieder. Eine komplette Reform der
       > Entscheidungsprozesse bis hinauf zum Sicherheitsrat ist nötig.
       
 (IMG) Bild: Problemfall Blauhelme: Oft bewegt sich nicht viel.
       
       Bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen liegt vieles im Argen. Die
       Blauhelmtruppen sind zumeist schwerfällig und schlecht koordiniert und sie
       versagen immer wieder bei der elementaren Aufgabe, die Zivilbevölkerung zu
       schützen. Sie sollen Frieden sichern, können aber im Ernstfall keinen Krieg
       verhindern.
       
       Soldaten unterstehen der Mehrfachzuständigkeit ihrer Mission, ihres
       Entsenderlandes und der UN-Zentrale in New York, daher sind
       Entscheidungswege meist viel zu langsam und kompliziert. Viele
       Entsenderländer schicken Blauhelmsoldaten vor allem, weil es sich
       finanziell auszahlt. Die Peacekeeping-Abteilung der UN-Zentrale in New York
       wird per Gewohnheitsrecht von Frankreich geleitet, das damit Machtpolitik
       betreibt.
       
       Eine hochrangige Kommission unter Leitung des Friedensnobelpreisträgers und
       ehemaligen Präsidenten José Ramos-Horta aus Osttimor hat sich nun sieben
       Monate lang mit den Problemen beschäftigt und ist zum Schluss gekommen,
       dass grundlegende Reformen nötig sind, vor allem bei der Frage des
       effektiven Eingreifens.
       
       Es reicht nicht, wenn sich wie bisher viele UN-Missionen auf parallele
       Eingreiftruppen verlassen – zum Beispiel der EU oder einer Regionalmacht –,
       die ihnen die Arbeit abnehmen. Eine komplette Reform der
       Entscheidungsprozesse bis hinauf zum Sicherheitsrat ist nötig.
       
       Es wäre schade, wenn diese UN-Reformdiskussion nun in der Öffentlichkeit
       auf die Frage des Geschlechtsverkehrs oder des sexuellen Missbrauchs
       reduziert würde. Aber es ist bezeichnend für den Zustand der UNO, dass dem
       so ist. Solange die nachhaltigste Hinterlassenschaft einer UN-Mission in
       den von Blauhelmsoldaten gezeugten Kindern besteht, brauchen sich die
       Vereinten Nationen über ambitioniertere Tätigkeiten keine besonderen
       Gedanken zu machen.
       
       18 Jun 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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