# taz.de -- Hannes Rockenbauch will in den Landtag: Charmanter Provokateur
       
       > Der prominente Stuttgart-21-Gegner möchte für die Linkspartei
       > kandidieren. In ihr sieht er den richtigen Partner für Basisbewegungen.
       
 (IMG) Bild: Will mit Links in den Landtag: Hannes Rockenbauch.
       
       Da hat sich Hannes Rockenbauch wohl geirrt. Nach seiner Wahl in den
       Stuttgarter Gemeinderat für das Bündnis Stuttgart Ökologisch Sozial (SÖS)
       im Mai vergangenen Jahres [1][twitterte der prominente
       Stuttgart-21-Gegner]: „Jetzt heißt es fünf Jahre parteifrei weiterdenken.“
       
       Ein gutes Jahr später hat es sich der 34-Jährige anders überlegt. Bei der
       baden-württembergischen Landtagswahl im März 2016 will Rockenbauch für die
       Linkspartei antreten. [2][Entsprechende Berichte] bestätigte er im Gespräch
       mit der taz: „Ich habe Lust dazu“, so Rockenbauch.
       
       Bemerkenswert ist das für beide - den Kandidaten und die Partei. Trotz
       seiner mittlerweile dritten Legislaturperiode als Stuttgarter Stadtrat ist
       Rockenbauch vor allem Aktivist - immer an der Seite der ökologischen und
       sozialen Bewegungen, [3][unermüdlich in seinem Einsatz gegen das
       Bahnhofsprojekt Stuttgart 21]. Er habe sich „nicht in den parlamentarischen
       Betrieb verliebt“, stattdessen wolle er im Landtag als „parteiloser
       Quereinsteiger“ seinen Handlungsspielraum erweitern. „Die Ausbeutung von
       Mensch und Natur lässt sich nicht auf kommunalpolitischer Ebene
       überwinden“, sagt er.
       
       In Stuttgart ist der „Hannes“ für seine charmante und doch angriffslustige
       Art bekannt. So löste er einen Eklat aus, als er die Landesbank als
       „kriminelle Vereinigung“ bezeichnete. Das kommt an: Mehr als 10 Prozent
       konnte er bei der [4][Oberbürgermeisterwahl 2012] auf sich vereinigen.
       Überregional bekannt wurde der Rotschopf durch seine Wortgefechte mit
       Heiner Geißler und Bahnvorstand Volker Kefer bei der S-21-Schlichtung.
       Geißlers Ausfall, als er fragte „Wollt ihr den totalen Krieg?“, galt vor
       allem ihm.
       
       Für die Linkspartei, deren Stuttgarter Kreisverband Mitte Juli die
       Zustimmung zu seiner Kandidatur geben muss, ist Rockenbauchs Bereitschaft
       ein Coup. Lediglich 2,8 Prozent holte sie bei der letzten Wahl im Ländle;
       in aktuellen Umfragen kratzt sie an der Fünfprozentmarke. Mit Rockenbauch
       dürften die Chancen auf den Einzug weiter steigen.
       
       Der sagt, die Partei sei offener geworden, der richtige Partner für
       Basisbewegungen, ein Garant gegen SPD und Grüne, die sich mit ihrer Politik
       schon jetzt „als Juniorpartner für die CDU bewerben“. Die Partei kann die
       Komplimente zurückgeben, wenn sie ihn ins Rennen schickt. Einen, der, wie
       Rockenbauch selbst sagte, eine „Politik macht, die das Grundsätzliche
       wagt“.
       
       11 Jun 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://twitter.com/rockenbauch
 (DIR) [2] http://www.kontextwochenzeitung.de/politik/219/rockenbauch-tritt-fuer-die-linke-an-2941.html
 (DIR) [3] /!5086188/
 (DIR) [4] /!5082145/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Erik Peter
       
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