# taz.de -- Nahost-Gesandter: Blair-Nominierung verärgert Berlin
       
       > Außenminister Steinmeier ist über das Vorgehen bei der Aufstellung von
       > Tony Blair als Nahost-Vermittler verstimmt. Blair habe zudem kaum
       > Spielraum
       
 (IMG) Bild: Von der Bundesregierung zurechtgestutzt: der neue Nahost-Gesandte Tony Blair
       
       BERLIN taz/rtr/dpa Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich
       verstimmt über die mangelnde Absprache bei der Nominierung von Tony Blair
       als Nahost-Gesandter gezeigt. Dass dies außerhalb des Nahost-Quartetts
       diskutiert und vorgeschlagen worden sei, "kann naturgemäß dem Mitglied des
       Quartetts so nicht gefallen", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin.
       
       Der scheidende britische Premierminister werde nur ein eng begrenztes
       Mandat haben, sagte Steinmeier. Blair werde im Auftrag des Quartetts aus
       EU, UN, Russland und USA für den Aufbau palästinensischer
       Regierungsinstitutionen zuständig sein. "Das Quartett (will) selber die
       politische Aufgabe der Gestaltung des nahöstlichen Friedensprozesses in der
       Hand behalten."
       
       Blair, der am Mittwoch als Regierungschef zurücktrat, wurde zum Gesandten
       des Quartetts ernannt, in dem Steinmeier noch bis Ende Juni die Europäische
       Union vertritt. Blairs Ernennung hatte sich wegen russischer Bedenken
       verzögert, die sich auch auf das nicht im Quartett abgestimmte Vorgehen
       bezogen. Steinmeier sagte, die Entscheidung sei "ein wenig an der
       Willensbildung im Quartett vorbei gegangen". Er erwarte keine
       Überschneidungen mit dem EU-Beauftragten für Außenbeziehungen, Javier
       Solana. "Solana wird Mitglied des Quartetts bleiben, Tony Blair arbeitet
       dem Quartett zu", sagte Steinmeier.
       
       Die Berufung Blairs stieß bei den Palästinensern auf ein geteiltes Echo.
       Während die Notstandsregierung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die
       neue Rolle Blairs am Mittwoch begrüßte, lehnte die radikal-islamische Hamas
       ihn als Vermittler ab. Blair sei in den Palästinensergebieten "nicht
       willkommen", sagte ein Sprecher der Hamas, die den Gazastreifen unter ihrer
       Kontrolle hat. Die israelische Regierung zeigte sich von der Ernennung
       Blairs erfreut. Zuvor hatte eine UN-Sprecherin in New York mitgeteilt, dass
       die Berufung Blairs nach Diskussionen zwischen den Mitgliedern des
       Nahost-Quartetts beschlossen worden sei.
       
       28 Jun 2007
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) EU: Blair wird neuer Nahost-Sondergesandter
       
       Der ehemalige britische Premierminister will in unruhigen Zeiten die
       Zweistaatenlösung vorantreiben - Im Gaza-Streifen starben gerade 13
       Palästinenser bei einer israelischen Offensive.
       
 (DIR) Tony Blair: "Empfangt ihn mit faulen Eiern!"
       
       Die arabische Presse hält nichts von Tony Blairs neuem Job als
       Nahost-Gesandter. Der Ex-Premier aber will "sofort anfangen".
       
 (DIR) Nahost-Gipfel: Israel will Fatah-Gefangene freilassen
       
       Die Hamas hat angekündigte Freilassungen als "Manöver" zurückgewiesen. Eine
       Bestätigung gab es indes für den neuen Nahost-Job Tony Blairs.