# taz.de -- Deutsche Bank und Postbank: Bosse jubeln, Gewerkschaften zweifeln
       
       > Die Post stimmt dem Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank zu:
       > Marken und Filialen sollen getrennt bleiben. Gewerkschaften fürchten
       > langfristig Stellenabbau.
       
 (IMG) Bild: Kauf perfekt: Ackermann und Appel geben sich die Hand drauf
       
       Der Deal ist perfekt: Mit einer Beteiligung von 29,75 Prozent steigt die
       Deutsche Bank bei der Postbank ein und wird damit ihr größter
       Einzelaktionär. 2,79 Milliarden Euro zahlt der Branchenprimus dafür an die
       Deutsche Post - "cash", wie Post-Chef Frank Appel mit einem Lächeln im
       Gesicht am Freitag in Bonn verkündete. Das Geschäft sei "eine hervorragende
       Sache für alle Beteiligten".
       
       Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann schwärmte von einer "glänzenden
       gemeinsamen Zukunft". Postbank und Deutsche Bank ergänzten sich in
       vielerlei Hinsicht hervorragend. Zusammen würden beide Institute
       "unanfechtbarer Marktführer im deutschen Privatkundenmarkt".
       
       57,25 Euro pro Aktie will die Deutsche Bank für ihren Postbank-Einstieg
       bezahlen. Der Verkauf des Pakets bedarf allerdings noch der Zustimmung der
       zuständigen Aufsichts- und Kartellbehörden. Zusätzlich zu ihrer
       Minderheitsbeteiligung erhält Deutschlands größte Bank noch die Option, ein
       weiteres Aktienpaket von 18 Prozent für 55 Euro je Aktie zu erwerben. Eine
       Entscheidung über die Ausübung sei aber noch nicht gefallen, sagte
       Ackermann. "Wir werden dies nur tun, wenn es strategisch Sinn macht und
       Mehrwert für unsere Aktionäre schafft." Darüber hinaus räumte die Post ihr
       noch ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Postbankaktien ein.
       
       Ackermann, Appel und der Postbank-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Klein
       betonten unisono, der Deutsche-Bank-Einstieg werde keine unmittelbaren
       Auswirkungen für die Postbank-Beschäftigten haben. "Wir diskutieren nicht
       über Personalabbau und nicht über Filialschließungen", sagte Klein. Appel
       versicherte, "Marke, Zentrale und Management bleiben unverändert".
       
       Die Gewerkschaften allerdings trauen den Bekundungen der Bankmanager nicht
       und reagieren mit scharfer Kritik auf den Einstieg der Deutschen Bank. Von
       einem "überflüssigen Schritt", bei dem mittelfristig eine Vielzahl von
       Arbeitsplätzen in Gefahr gerieten, sprach die Vereinte
       Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di). "Der Teilverkauf ist ein Kniefall vor
       den Interessen der Aktionäre", sagte die stellvertretende Vorsitzende
       Andrea Kocsis. Spätestens wenn die Deutsche Bank ihren Anteil weiter
       aufstocke, bestehe die große Gefahr eines Arbeitsplatzabbaus bei der
       Postbank. Schließlich habe bislang noch jede Großfusion auf dem deutschen
       Bankenmarkt auch zum Verlust von Arbeitsplätzen geführt, erklärte Kocsis.
       Jüngstes Beispiel sei die Übernahme der Dresdner Bank durch die
       Commerzbank, wo jetzt 9.000 der 67.000 Jobs in beiden Häusern wegfallen
       sollen.
       
       Als "nicht nachvollziehbar" bezeichnete die Kommunikationsgewerkschaft DPV
       das Geschäft. "Aus unserer Sicht besteht absolut keine Notwendigkeit für
       die Teilveräußerung des Unternehmens", sagte der Bundesvorsitzende Volker
       Geyer. Die Postbank sei dank der hervorragenden Arbeit der 21.000
       Beschäftigten ein erfolgreiches und gesundes Unternehmen.
       
       12 Sep 2008
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Pascal Beucker
       
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