# taz.de -- Kommentar Ungeliebter Flughafen: Mietnomaden der Lüfte
       
       > Nur Billigfluglinien profitieren von Regionalflughäfen und der Konkurrenz
       > zwischen ihren Standorten. Die Kosten bleiben regelmäßig bei der
       > öffentlichen Hand. Da wäre das Aus für Lübeck kein Verlust.
       
 (IMG) Bild: Seltener Anblick: Fluggast am FMO
       
       Regionalflughäfen sind Quatsch. Das haben nun offenbar auch die
       neuseeländischen Betreiber des Flughafens Lübeck-Blankensee erkannt. Sie
       wollen ihre Ausstiegsoption ziehen, ist zu hören. Dass Ryanair neue
       Destinationen ankündigt, scheint sie nicht zu beeindrucken. Der Flughafen
       wird wohl wieder an die hoch verschuldete Stadt zurückfallen.
       
       Gerade noch rechtzeitig: Im kommenden Monat will die Landesregierung über
       den Ausbau der Piste entscheiden. Ohne Investor sind die Chancen nicht
       gerade gestiegen. Wie in Kiel vor zwei Jahren sollte das Land nun die
       Notbremse ziehen und lieber die Anbindung an Hamburg-Fuhlsbüttel ausbauen.
       
       Das wäre der Anfang vom Ende, und das wäre gut so. Denn Regionalflughäfen
       nützen niemand, außer den Billigfluggesellschaften. Sie generieren unnötige
       Verkehre in der Luft und auf dem Boden und belasten Anwohner und Umwelt.
       Die öffentliche Hand gibt Millionen für die Infrastruktur aus, an deren
       Refinanzierung sich die Billigflieger mit ihren rabattierten Gebühren nicht
       beteiligen.
       
       Firmen wie Ryanair haben etwas von Mietnomaden: Sie probieren fast ohne
       Investionen einen Standort aus. Wenn es nicht läuft, oder spätestens wenn
       marktübliche Preise für Start und Landung fällig werden, ziehen sie weiter.
       Es gibt schließlich genug verzweifelte Gemeinden mit einer alten
       Militärpiste.
       
       20 Jan 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan Kahlcke
 (DIR) Jan Kahlcke
       
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