# taz.de -- Kommentar zur Umweltzone: Totalverbot statt Zone
       
       > Muss man vor der steigenden Luftverschmutzung kapitulieren? Nein. Die
       > Lösung ist ganz einfach: Stinker im Straßenverkehr gehören einfach
       > verboten
       
 (IMG) Bild: Käme die Umweltzone müssten alle raus aus dem Bus und die Stadt zu Fuß erkunden.
       
       Die Handelskammer hat recht: Umweltzonen sind Quatsch. Zwar ist es
       tatsächlich noch sehr früh, über ihren Erfolg zu urteilen. Klar ist aber
       jetzt schon: Selbst wenn er alle Erwartungen überträfe, wäre er immer noch
       jämmerlich, gemessen an dem Verwaltungs- und Kontrollaufwand, den ein
       solches bürokratisches Monstrum mit sich bringt.
       
       Noch sicherer ist nur eines: Eine freiwillige Umweltpartnerschaft, wie sie
       die Kammer vorschlägt, bringt noch weniger. Erstens nehmen an solchen
       Programmen vor allem Unternehmen teil, die es sich entweder leisten können
       oder ohnehin auf ein grünes Image angewiesen sind. Und zweitens verursachen
       das Gros der Verkehrsemissionen Privatfahrzeuge - und auf deren Nutzung hat
       die Kammer keinerlei Einfluss.
       
       Muss man vor der steigenden Luftverschmutzung also kapitulieren? Nein. Die
       Lösung ist ganz einfach: Stinker im Straßenverkehr gehören einfach
       verboten. Oder so empfindlich besteuert, dass es für Unternehmer wie
       Privatleute eine einfache Rechnung ist, wann es sich lohnt, sie
       abzuschaffen.
       
       Hamburg könnte doch mal mit einer Bundesratsinitiative voranschreiten.
       Schließlich kann sich kaum jemand das Umsteigen auf schadstoffarme Autos
       besser leisten als die bürgerliche Klientel von Schwarz-Grün in der
       wohlhabenden Hansestadt.
       
       26 Jun 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan Kahlcke
       
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