# taz.de -- Protest gegen Bundeswehr: Polizei bremst Gelöbnix aus
> Bündnis gegen Gelöbnis darf nicht demonstrieren. Grüne und Linkspartei
> kritisieren Polizeiauflagen.
(IMG) Bild: Bitte nicht stören: Beim Bundeswehr-Gelöbnis am Montag vorm Reichstag soll es ordentlich zugehen
Die Polizei verbietet die geplante Demonstration des "Gelöbnix"-Bündnisses
gegen die Vereidigung von 400 Bundeswehrrekruten am Montagabend vor dem
Reichstag. Aufgrund "klarer Störabsichten" wird nur eine Kundgebung am
Potsdamer Platz genehmigt. Das Bündnis wollte unter dem Motto "Bundeswehr
zum Rückzug zwingen" mit zwei Demos - eine zu Fuß, eine mit Fahrrädern -
bis vor die Reichstagswiese ziehen.
"Die Entscheidung der Polizei kommt einem Protestverbot gleich", schimpft
Frank Brendle von "Gelöbnix". Es sei ein "Freibrief für die Bundeswehr,
sich auf öffentlichen Plätzen breitzumachen". Polizeijustiziar Oliver Tölle
begründet die Auflagen mit "konkreten Störabsichten, die nicht von der
kritischen Meinungsäußerung gedeckt sind". Dies ergäbe sich aus Aufrufen
und der Verläufe der Proteste in den Vorjahren, aus denen heraus es
Störversuche gegeben habe.
Das "Gelöbnix"-Bündnis hatte aufgerufen, "das Militärspektakel
durcheinanderzubringen". Die Polizei verweist auch auf einen Flyer mit dem
Titel "Feinderkennung", in dem zu Gewalttaten gegen Bundeswehrangehörige
aufgerufen werde. Zudem sei Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU)
Ende Juni bei einer Ausstellungseröffnung im Bundestag von Protestierenden
mit Flugblättern und Badelatschen beworfen worden.
Brendle sieht die Auflagenbegründung als "buntes Potpourri, teils ohne
Zusammenhang zum Gelöbnix". Eine Kundgebung am Potsdamer Platz "ohne Bezug
zum Gelöbnisort und im Polizeikessel" werde man nicht abhalten. "Dann gibt
es halt Proteste außerhalb des Versammlungsrechts." Über eine Klage gegen
das Verbot soll das Verwaltungsgericht heute entscheiden.
Tölle betont, dass den Anmeldern alternative Routen angeboten wurden, die
ausgeschlagen worden seien. Evrim Baba (Linke) hält dagegen einen Protest
in Hör- und Sichtweite für legitim: "Eine Militärjubelfeier muss auch
kritische Stimmen ertragen können." Laut Benedikt Lux (Grüne) hätten Störer
in den Vorjahren nur einen kleinen Teil der Proteste ausgemacht. Die
Personen hätte die Polizei schnell im Griff gehabt. "Wenn die Polizei so
weitermacht, kann sie jede zweite Demo verbieten."
16 Jul 2009
## AUTOREN
(DIR) Konrad Litschko
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