# taz.de -- Kommentar zu Nußbaums Sparpolitik: Rigides Sparen ist alternativlos
> Berlin muss sparen, damit es weiterhin Geld ausgeben kann. Nußbaum ist
> zuzutrauen, eine Finanzpolitik zu machen, die auch in der Krise sozial
> bleibt.
(IMG) Bild: Finanzsenator Ulrich Nußbaum
Man könnte natürlich so weitermachen wie derzeit. Man könnte darauf
verzichten, ab 2012 aus dem 22-Milliarden-Haushalt des Landes pro Jahr eine
Viertelmilliarde rauszuschneiden. Dann würde es vielleicht eine
Landesbibliothek geben oder auch die vom Regierenden Bürgermeister
gewünschte neue Kunsthalle. Das Land nimmt im kommenden Doppelhaushalt
sowieso schon über 5 Milliarden Euro neuer Schulden auf - was soll also das
verschärfte Sparen?
Ganz einfach: Es verhindert, dass Berlin irgendwann gar nichts mehr
investieren kann, weder in Bildung noch in Radwege, weil es alles
verfügbare Geld braucht, um seine Kreditzinsen zu bezahlen. Noch mal:
Kreditzinsen zahlen, nicht etwa Schulden tilgen. Mit der neuen
Ausgabenlinie liegt das Land 2020 bei etwa 74 Milliarden Euro Schulden -
mit der bisherigen Politik wären es über 80 Milliarden.
Nußbaums Kurs ist deshalb unumgänglich. Ihm ist auch zuzutrauen, was die
Linkspartei fordert: dass eine verantwortungsvolle Finanzpolitik auch in
der Krise sozial bleibt. Eine neue Landesbibliothek etwa würde ungefähr
jene 250 Millionen kosten, die pro Jahr einzusparen sind. Sie wäre gut, sie
wäre schön - aber ihre Bücher lassen sich jetzt auch schon anderswo
ausleihen. Nußbaum macht bislang den Eindruck, dass er erst bei solchen
Projekten streichen wird, bevor er den Kitas in die Besteckschublade
greift.
26 Aug 2009
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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