# taz.de -- Anti-Atom-Treck nach Berlin: Einsatz am Endlager
> In Morsleben vertreiben Polizisten die Teilnehmer des Trecks mit
> Pfefferspray, Tränengas und Knüppeln vom Gelände des Endlagers. Ein Bauer
> soll mit einer Pistole bedroht worden sein.
(IMG) Bild: Der Anti-Atom-Treck zieht als bunter Protest von Gorsleben nach Berlin
Erstmals beim Anti-Atom-Treck, ist es am Donnerstag in Morsleben zu
Auseinandersetzungen zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei gekommen.
Unterstützt von örtlichen AKW-Gegnern und einigen als Clowns verkleideten
Demonstranten wollten Treck-Teilnehmer auch Morsleben einer Inspektion
unterziehen. Rund 100 Leute öffneten das Tor und drangen auf das Gelände
vor, einige kletterten auf einen Turm und hängten Transparente auf.
Polizisten drängten die Atomgegner ab, mehrere Beamte setzten Pfefferspray
ein. Nachdem sich die Lage zwischenzeitlich beruhigt hatte, ging die
Polizei erneut gegen den Treck vor, als Atomgegner am Zaun einen Findling
aus Gorleben ablegten. Ein Bauer, der seine Personalien nicht angeben
wollte, wurde von Polizisten weggeschleppt. Ein Beamter fuchtelte sogar mit
seiner Pistole herum und soll sie, wie Augenzeugen berichten, einem
Landwirt an die Schläfe gehalten haben.
Etliche Atomgegner wurden durch Tränengas und Knüppelschläge teils
erheblich verletzt und mussten sich dazu Gelächter und hämische Sprüche der
Polizisten anhören. Eine Treck-Sanitäterin versorgte auch Beamte, die das
Pfefferspray von Kollegen abbekommen hatten.
Auch die Weiterfahrt des Trecks verzögerte sich, weil die Polizei mögliche
"Straftäter" feststellen wollte. "Es gab unzählige Augenverletzungen und
blutig geschlagene Aktivisten", sagte die Vorsitzende der BI
Lüchow-Dannenberg, Kerstin Rudek. "Die wollten nach den vielen bunten
Bildern den friedlichen Treck offenbar zu einem Chaoten-Konvoi stempeln."
3 Sep 2009
## AUTOREN
(DIR) Reimar Paul
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